Lösung für den Lindenplatz - Scheune stürzte ein

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Fachwerkgebäude: Ende Mai stürzte der Dachstuhl der Scheune in Sebbeterode zusammen. Wie auf dem kleinen Foto zu sehen, ist die Rückwand eine Stützmauer zum Lindenplatz.

Sebbeterode. Jahrhundertelang hatten die Balken gehalten, im Mai versagten sie ihren Dienst. Der Dachstuhl einer leerstehenden Scheune in Gilserberg Sebbeterode stürzte ein. Das Problem: Die Mauern der Scheune tragen auch den angrenzenden, höher gelegenen Lindenplatz. Ein Abriss hätte hierfür Folgen, der Dorfplatz droht abzurutschen.

Nach HNA-Informationen hat der Eigentümer nun einen Abrissantrag gestellt. Er will sich gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Anwohner berichten, er habe die Scheune erst vor zehn Jahren gekauft und sei vom Einsturz überrascht gewesen. Ursprünglich war die Scheune ein Projekt der Dorferneuerung in Sebbeterode und sollte in den Lindenplatz integriert werden. Umgesetzt wurde das Vorhaben damals aber nicht.

Wie es nun weiter geht, ist noch unklar. Dem Abrissantrag müssen zunächst Bauaufsicht und Denkmalschutz zustimmen - denn die Scheune steht unter Denkmalschutz. Thomas Horn, Leiter der Bauleitung des Schwalm-Eder-Kreises, bestätigte, dass die Rückmauer der Scheune eine stützende Funktion hat. Das Gebäude steht am Hang, der Lindenplatz liegt vier Meter höher. „Wir müssen nun abwarten, was die Denkmalpflege sagt“, fügt Horn an.

Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth hatte einen Ortstermin mit den Behörden vereinbart. Der Lindenplatz, das Herz des Dorfes muss unbedingt erhalten werden, betont er. Zumal der Dorfplatz und das Rundherum erst vor einigen Jahren während der Dorferneuerung 2006 neu gestaltet worden war.

„Wir müssen eine Lösung finden, die sich ansehnlich in den Ort einfügt“, sagt Barth. Die Stabilität des Lindenplatzes müsse dabei gewährleistet werden, auch die Dorfkirche schließt an die Scheune an und wäre von einem Abriss betroffen.

Barth und Ortsvorsteher Dr. Andreas Schaal haben genaue Vorstellungen, wie es weitergehen soll. Barth stellt sich vor, dass eine Möglichkeit gefunden werden kann, bei der die Stützmauer stehen bleibt. Denn durch sie wird verhindert, dass der höhergelegene Lindenplatz abrutscht.

Ein Beispiel für solch eine Lösung ist die Aussichtsplattform, die es bereits im Ort gibt. Dort wurde während der Dorferneuerung 2006 ein Gebäude abgerissen und der heutige Aussichtspunkt mit einem offenen Unterstand überdacht. So wurde die Lücke im Häuserbild mit einem Holzdach geschlossen.

Das hatte der Denkmalschutz damals gefordert. Jedoch waren wegen des Dachs die Kosten für die Aussichtsplattform explodiert.

Eine solch aufwendige Instandsetzung ist für eine Privatperson kaum zu stemmen, hält allerdings Ortsvorsteher Dr. Andreas Schaal entgegen. Auch die Gemeinde würde in der Verantwortung stehen. Schaal empfiehlt, die Stützmauer zu erhalten und den Lindenplatz um die Fläche der Scheune zu erweitern. „So wäre es bei Festen möglich, dort das Zelt aufzustellen“, sagt er. Der Lindenplatz könnte so besser genutzt werden, derzeit bietet er durch den mächtigen Baum in der Mitte nur begrenzt Platz.

Mit einer Entscheidung der entsprechenden Behörden werde allerdings erst ab Mitte August gerechnet.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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