Ehlener Urgestein erinnert an schwierige Zeit

Löwenstein: Eine Liebesheirat war es nicht

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Ehelener Urgestein: Karl Löwenstein.

Rubin gilt als der Edelstein der Liebe, des Lebens und des Feuers. Wenn Eheleute 40 Jahre lang verheiratet sind, haben sie diese Zeit idealerweise in immerwährender Liebe miteinander verbracht und feiern ihre Rubinhochzeit als rauschendes Fest.

Vier Jahrzehnte sind auch die Orte Ehlen und Dörnberg vereint, wurden zum 1. Januar 1972 im Zuge der Hessischen Gebietsreform zur Gemeinde Habichtswald zusammengeschlossen.

„Eine Liebesheirat war es sicher nicht“, erinnert sich Karl Löwenstein. Bürgerversammlungen und hitzige Kneipengespräche seien ihr vorausgegangen, die Wogen schlugen hoch. Die Marschrichtung aus Wiesbaden jedoch war klar: Größere Verwaltungseinheiten sollten her, die Zahl der Gemeinden von 2600 auf 500 reduziert werden.

„Ein Zusammenschluss mit Zierenberg kam für uns nicht in Frage, auch wenn der dortige Bürgermeister dies gerne gesehen hätte“, sagt das Ehlener Urgestein. Es habe nie eine Verbindung zur Warmestadt gegeben, nicht einmal eine ordentliche Verkehrsanbindung, bis heute nicht. So habe man sich auf Gespräche mit den umliegenden Gemeinden Breitenbach, Martinhagen, Oelshausen und Burghasungen konzentriert, Dörnberg habe sich aus den Gesprächen herausgehalten, in der Hoffnung, weiter eigenständig bleiben zu können.

Die Pläne beider Orte aber sollten nicht aufgehen. Die Gespräche Ehlens mit den Nachbarorten scheiterten, Dörnberg wurde von der Landesregierung zur Teilnahme aufgefordert. „Wir mussten uns also zusammenraufen, um einen Zusammenschluss mit Zierenberg zu umgehen“, sagt Löwenstein.

Im August 1971 beschlossen sie in ihren jeweiligen Gemeindevertretersitzungen den Zusammenschluss, nicht ahnend, dass die neue Gemeinde Habichtswald schnell vor ihre erste große Bewährungsprobe gestellt werden würde. Innenminister Hanns-Heinz Bielefeld nämlich sah in der Zusammenlegung nur den ersten Schritt einer gebietlichen Neuordnung. „Wir sollten nun doch nach Zierenberg zwangseingemeindet werden.“ Nicht nur die Ortsteile, auch die einzelnen Fraktionen machten nun gemeinsame Sache, um den entsprechenden Beschluss abzuschmettern - mit Erfolg.

„Auch wenn die Aufregung seinerzeit groß war, dem Zusammenwachsen von Dörnberg und Ehlen waren die Geschehnisse sicher dienlich“, sagt Löwenstein, der sich längst als Habichtswalder bezeichnet und bis heute froh ist, das alles so gekommen ist, wie es ist. Auch, wenn die 40 Jahre bis zum Rubinfest nicht von immerwährender Liebe geprägt waren. (zhf)

Quelle: HNA

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