Landestreffen der hessischen Tafeln: Vertreter zogen Bilanz

Logistischer Aufwand der Tafeln steigt stetig

Schwalm-Eder. Immer mehr Menschen in Hessen würde es nach der Sozialgesetzgebung zustehen, sich Lebensmittel bei den Tafeln zu holen. Doch diese sehen sich mit immer größeren Hürden konfrontiert.

Sie sind verpflichtet, strenge hygienische Standards der EU einzuhalten. Dadurch steigen die Betriebskosten. „Die Logistik wurde aufgeblasen. Das wird längerfristig dazu führen, dass wir für unsere Kunden die Preise erhöhen müssen“, sagte Hilde Rektorschek, ehemalige Landesvertreterin, beim Landestreffen der hessischen Tafeln am Samstag in Treysa. Ein Großteil der Betriebskosten werde für Fahrzeuge und Miete verwendet, erläuterte sie. Steigende Kosten für den Einkauf würden von den Kunden unterschiedlich aufgenommen.

Matthias Pohl vom Diakonischen Werk nannte exemplarisch die Tafel in Fritzlar: „Die muss zum Jahresende umziehen. Da es größere Räume sind, steigt auch die Miete. Aber die Kunden sind froh, dass die Tafel bestehen bleibt und unterstützen uns.“ Pohl skizzierte das Dilemma: „Auf der einen Seite gibt es durch die Sozialgesetzgebung mehr Kunden, auf der anderen Seite strenge Hygienevorschriften – die sind meiner Meinung nach der Knackpunkt.“ Seitdem viele Supermärkte auf ein Scanner-Warenhaltungssystem umgestellt haben, bekommen die Tafeln außerdem deutlich weniger Waren. Hinzu komme der Abverkauf zu reduzierten Preisen am Abend. „Unser Angebot schwankt von Woche zu Woche“, sagte Erika Unger von der Schwälmer Tafel.

Abhilfe sollen Spendenmodelle schaffen. Der Handelskonzern Rewe hat jüngst 48 000 gepackte Tüten für die Tafeln im Wert von etwa 250 000 Euro verkauft. Lidl bietet bundesweit Kunden die Möglichkeit, ihr Pfand an die Tafeln zu spenden. „Vor kurzem gingen 147 000 Euro in eines unserer Projekte“, erklärte Erich Lindner (Landesvertreter Nord).

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare