2000-Kilometer-Tour 

Vier Nordhessen auf Tour durch Pakistan und Nordindien

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Melsungen – Die höchste befahrbare Straße der Welt war Teil der Route, die vier Nordhessen auf ihrem Trip durch die Grenzregion zwischen Pakistan und Nordindien bereisten.

Auf der Suche nach Abenteuern machten Heinrich und Carl Sostmann mit Vater Bernd und einem Freund der Familie, Holger Kahl, Urlaub in Kaschmir. Sie mieteten sich Motorräder für eine Rundreise und waren mit ihnen drei Wochen unterwegs.

In dieser Zeit legten sie um die 2000 Kilometer zurück, überquerten zwei 5000er-Pässe, besuchten Heilige Stätten, kleine abgelegene Dörfer und sahen Gletscher, Oasen und Sanddünen. „Mein Bruder Heinrich zeigte mir im Internet ein Video von verrückten Motorradfahrern, die auf der höchsten Straße der Welt unterwegs waren. Das hat uns zu dieser Reise inspiriert“, sagt Carl Sostmann.

Der 24-Jährige war bereits mit dem Motorrad für zwei Monate in Marokko. Auch als Familie sind die Sostmanns häufig und weit gereist. „Unser Vater ist ein alter Abenteurer und war früher auf der ganzen Welt unterwegs.“

So entstand der Plan für die Rundreise. 95 Prozent ihres Weges waren Schotterpisten, erklärt der Melsunger. Vom Khardung-Pass, der höchsten befahrbaren Straße der Welt, ging es weiter in das Nubra Valley, eine Hochebene auf 3000 Metern.

„Das war ein totales Kontrastprogramm, weil wir von der Berglandschaft plötzlich in Sanddünen kamen.“ Als nächstes Ziel steuerten sie das Hochgebirge Karakorum an, wo sie durch wunderschöne Karstlandschaften fuhren. Neben der Stadt Manali besuchten sie auch Dharamsala, den Wohnort des Dalai Lama im Exil. Während der Reise lebten die vier sehr spartanisch. „Wie ernährten uns hauptsächlich von Kräckern und Instantsuppen“, sagt Carl Sostmann. In einer Unterkunft bezahlten sie für vier Schlafgelegenheiten aus dreckigen, teppichartigen Unterlagen und Wolldecken fünf Dollar. Eine Flasche Rum, die sie am Abend dazu erstanden, kostete bald das Doppelte.

Fahrt über Schotterpisten

Bei der Fahrt über Schotterpisten mussten die vier auch viele Wasserdurchfahrten meistern. „Die Motorräder haben sehr gelitten auf der Reise.“ Eines der Räder hatte einen Rahmenbruch, den sie nach einiger Suche schließlich für fünf Euro schweißen lassen konnten.

Die drei Sostmanns und Holger Kahl merkten deutlich, dass sie durch ein Gebiet mit umkämpften Grenzen fuhren. Häufig wurden sie kontrolliert und durchsucht und brauchten für die verschiedenen Regionen Erlaubnisse, um die Gegend zu befahren.

Bis in ihr Hotelzimmer kamen die Sicherheitskräfte schließlich nach einer Regenfahrt. Total durchnässt wärmten sich die vier nur in Unterwäsche bekleidet auf ihrem Zimmer auf und spielten Doppelkopf. „Nachts um 11 Uhr klopfte es plötzlich an der Tür, der Polizeipräsident des Dorfes kam mit zwei Soldaten mit vorgehaltenem Maschinengewehr und kontrollierte uns“, sagt Sostmann. „Das war eine reine Machtdemonstration.“ 

Nordhessen von Freundlichkeit begeistert

Dennoch beeindruckte die Nordhessen die Freundlichkeit der Menschen am meisten: „Die Leute dort haben nichts. Es ist eine der ärmsten Gegenden Indiens. Und trotzdem haben uns die Menschen immer mit einem Lächeln begrüßt und sind freundlich.“ Sie revanchierten sich bei den Einheimischen mit Zahnbürsten und Süßigkeiten.

Quelle: HNA

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