Selbstversuch: Blick auf die Schwalm einmal anders - Mit der Kamera im Kunstflieger

Looping bei Tempo 220

Kurz vorm Start: Nach einer Einweisung in die Kunstflugmanöver durch Pilot Klaus Kahler (vorn) ist HNA-Mitarbeiter Sebastian Lammel mit der Kamera bereit für das Abenteuer am Himmel. Foto: Bohl/nh

Ziegenhain. Das Flugzeug vom Typ Schleicher ASK 21 steht schon bereit. Vor dem Start wird mir der Fallschirm angelegt und die Reißleine gezeigt. „Aber erst nach Verlassen des Flugzeugs ziehen“, rät man mir schmunzelnd. Mehrere Helfer zurren mich mit fünf Gurten am Sitz fest, bis ich eine Einheit mit dem Cockpit bilde. Eine Tüte für den Fall, dass mir das Abenteuer auf den Magen schlägt, steckt unter einem der Brustgurte. Ich bin bereit.

Nervös vor dem Start

Bevor wir starten, zeigt mir Kahler gestenreich die Figuren, die wir fliegen werden. Beim Anblick der ausladenden Bewegungen werde ich nervös. Danach schließt sich die Haube, das Schleppflugzeug gibt Gas, wenig später heben wir ab. Auf unserem Weg auf 1000 Meter Höhe zieht Trutzhain unter uns vorbei, Homberg ist in der Ferne im Dunst zu erkennen. Ich habe keinen Blick für die schöne Aussicht.

Das Seil des Schleppers wird ausgeklinkt, Pilot Kahler fragt, ob wir loslegen können. Die Anspannung mischt sich mit Vorfreude, wir können.

Im Sinkflug nehmen wir Tempo auf, 220 Stundenkilometer zeigt das Instrument vor mir. Kahler kündigt den ersten Salto an. Ich werde in den Sitz gepresst während der Himmel vor mir vorüberzieht und der Boden von oben ins Blickfeld kommt. Nach kurzer Zeit bringt uns eine halbe Rolle in Rückenlage, bis wir senkrecht auf ein Acker zufliegen. Das Flugzeug knarzt und ich habe Mühe, die Kamera auszurichten.

Senkrecht gen Boden

Kahler zieht mit Gefühl am Ruder, die Nase zeigt wieder in den Himmel, der Pilot bringt das Flugzeug zum Turn: Wir befinden uns in der Senkrechten und bleiben in der Luft fast stehen. Für einen Moment fühle ich mich schwerelos. Mit Hilfe des Seitenruders fallen wir dann nach rechts ab, wieder senkrecht nach unten.

Ich habe Spaß und muss grinsen, bis der Pilot am Ruder zieht und die Fliehkräfte meine Mundwinkel nach unten ziehen. Nach einer Rolle der nächste Turn, diesmal nach links, wieder das Gefühl von Schwerelosigkeit, dann wieder eine Rolle. Die Frage nach einem zusätzlichen Looping beantworte ich begeistert mit ja. Schließlich schweben wir über Ziegenhain hinweg zum Flughafen.

Die Zeit in der Luft verging sprichwörtlich im Flug und nach der Landung teile ich die Begeisterung der Piloten für die Kür am Himmel über dem Ziegenhainer Altkreis.

Von Sebastian Lammel

Quelle: HNA

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