Loren erinnern an Basalt- und Braunkohleabbau bei Ostheim

Ostheim. Bis 1967 wurde bei Ostheim Basalt abgebaut, bis 1989 Braunkohle. An die beiden Tagebau-Arten erinnern Loren, die am frühen Dienstagabend in Ostheim aufgestellt wurden.

Sie werden auch dann noch stehen, wenn das Fest zum 850-jährigen Bestehen, das vom 31. August bis 2. September gefeiert wird, längst vorbei ist.

Ein recht aufwändiger Akt, der von gut 40 Schaulustigen eineineinhalb Stunden lang begleitet wurde, war das Aufstellen der Basaltlore an der Sipperhäuser Straße am Ortseingang vom Kreisel her. Mit einem Kranwagen hievte Jochen Höhle das hölzerne 500 Kilogramm schwere Gefährt mit seinen Eisenrädern auf ein Stück Schienen.

Die Achse stammt aus Dittrichshütte (Thüringer Wald) und musste verbreitert werden. Wolfgang Helferich und Günter Röse haben im Winter zwei Wochen an dem Gefährt gebaut. Als Vorlage dienten alte Fotos.

Kaum saß die hölzerne Lore, gebaut aus Eichenbretter, die die Landwirte Kurt Braun und Holger Ackermann zur Verfügung stellten, auf den Schienen, wurden die Räder darauf verlötet. Am zeitraubendsten erwies sich das Füllen der Lore mit Basaltschotter. Obendrauf packten Günter Röse sowie Wolfgang und Thomas Helferich noch eine Lage schwerer Basaltbrocken.

Basaltsteine bilden auch die Umrandung des Rondells am Ortseingang. Ende Juli sei der Platz gestaltet worden, als einer der letzten Akte der Ostheimer Dorferneuerung, erzählte Hans-Jürgen Röse. Er erinnere sich noch daran, wie er und andere Kinder und Jugendliche vor allem an Wochenende die Loren nutzen, um mit ihnen Richtung Malsfeld zu sausen. „Wenn am Montag die Arbeiter kamen, mussten sie mit der Lok die Loren erst wieder nach oben holen“, erzählt Röse, der zusammen mit Renate Entzeroth die Chronik gestaltet hat.

Lore für Braunkohle: Sie steht an der Gabelung der Sipperhäuser und der Raiffeisenstraße.

Vom Ortseingang ging es dann einige Meter weiter. Dort, wo die Raiffeisenstraße auf die Sipperhäuser Straße trifft und nach dem Abriss eines Gebäudes eine Freifläche entstanden ist, steht nun die Lore als Erinnerung an den einstigen Braunkohleabbau.

Vorübergehend hatte das schwarze Eisengefährt, das die Ostheimer von Kali+Salz erhalten hatten, auf dem Dorfplatz gestanden – im Februar wegen des Besuchs des Hessischen Rundfunks auf die Schnelle aufgestellt.

Den endgültigen Platz hat sie nun seit Dienstagabend und ist damit auch für alle Durchfahrenden gut sichtbar. Auch sie wurde mit Schotter verfüllt. Die oberste Schicht wird geschwärzt, damit die Füllung wie Kohle aussieht. „Richtige Braunkohle würde mit der Zeit einfach zerfallen“, erklärte Hans-Jürgen Röse.

Von Brigitte Müller-Neumann und Verena Koch

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Müller-Neumann

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