Für Gäste attraktiver sein

Lothar Rasch ist neuer Vorsitzender des Regionalmuseums

Wolfhagen. Ein Jahr lang hat er das entschleunigte Leben als Pensionär genossen, nun treibt es Lothar Rasch zu neuen Taten: Seit wenigen Tagen ist er der neue Vorsitzende des Regionalmuseums Wolfhager Land. Nach dem Tod seines Vorgängers Karl-Heinz Schubert im März 2015 war der Posten vakant.

Eine Nacht habe er über das Angebot geschlafen und am anderen Morgen seine Bereitschaft erklärt, das Amt anzunehmen, sollten ihn die Mitglieder wählen. Am vergangenen Donnerstag bekam er schließlich das Votum. Der Entschluss fiel dem 66-Jährigen, der vor 30 Jahren von Südhessen nach Wolfhagen gezogen war, nicht schwer. Seine Ehefrau Gudrun und er sind dem Museum schon lange verbunden. An den Wochenenden hatten sie regelmäßig Aufsichten in Zehntscheune und Renthof übernommen. In den vergangenen Monaten hatte er sich bereits zu den Dienstagsrunden gesellt, an denen Museumsleiterin Beate Bickel einmal pro Woche alle wichtigen Leute des Vereins um sich schart und die anliegenden Themen bespricht. Und so habe er sich nach und nach einen Überblick über die Arbeit verschaffen können.

Rasch möchte sich mit viel Enthusiasmus ans Werk machen: „Das ist eine Sache, die man nicht abends nach 19 Uhr macht.“ Für seine dreijährige Amtszeit hat er sich klare Ziele gesteckt. Gemeinsam mit der Museumschefin und dem Vorstand soll am Konzept gefeilt werden. Eine externe Beraterin nehme derzeit das Regionalmuseum unter die Lupe und habe bereits „einige Brüche in der inhaltlichen Gestaltung“ entdeckt.

Rasch macht ein Beispiel: Die Stadtgeschichte Wolfhagens wird aktuell in beiden Gebäuden dargestellt. Besucherfreundlicher aber wäre es, diesen Teil der Ausstellung komplett im Renthof zu präsentieren und das Stadtmodell von der Zehntscheune dorthin zu verlagern. „Wir sollten uns überlegen, welche Dinge wir ausbauen und welche wir minimieren können“, sagt Rasch. Denkbar sei eine Komprimierung des Ausstellungsteils, der sich mit der Ur- und Frühgeschichte befasst. Davon profitieren könne die Geologie. Da befinde man sich aber noch in der Diskussion. Möglichkeiten einer verbesserten Darstellung sieht er auch bei den Texten, auf denen die ausgestellten Objekt erläutert werden – die Beraterin, eine Kulturwissenschaftlerin, hatte sie als zu lexikalisch und zu lang kritisiert.

Wichtig ist dem neuen Vorsitzenden zudem eine Steigerung bei den Besucherzahlen. „Ich strebe 3000 Gäste an.“ Die hatte es im Regionalmuseum zuletzt im Jahr 2013 gegeben, als die Ausstellung über den legalisierten Raub vermehrt Menschen in die Zehntscheune gezogen hatte.

Als ausgewiesenen Geschichtsexperten will sich Lothar Rasch, der bis vor einem Jahr als Beamter für die Bundeswehr gearbeitet hat, nicht bezeichnen. Da gebe es im 140 Mitglieder starken Verein ganz andere Kaliber.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Thon

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare