Der Lotto-Schein bleibt gefragt

Setzen auf Altbewährtes: Im Wolfhager Land vertrauen die Spieler nach wie vor dem Lotto-Schein, um den Traum vom Millionengewinn Wirklichkeit werden zu lassen. Foto: dpa/Jens Wolf

Wolfhager Land. Das Glück kommt per Mausklick – dank des neuen Glücksspielstaatsvertrags können Lottospieler ihre Kreuzchen nun auch im Internet machen. Ein Angebot, das vor allem junge Kunden anlocken soll – und doch im Wolfhager Land kaum genutzt wird.

„Wir spüren keinerlei Veränderung an den Schaltern“, sagt Waltraud Leise von der Lottoagentur Leise in Habichtswald. „Wir haben sehr viele Stammkunden, die uns seit Jahren die Treue halten.“ Eine enge Bindung zum Lotto-Händler des Vertrauens sei sehr wichtig, findet auch Karsten Schmidt, Inhaber von „Schmidt lesen“ in Sand. „Vielleicht scheuen sich gerade ältere Spieler noch davor, dem unberechenbaren Medium Internet ihre sensiblen persönlichen Daten anzuvertrauen.“

Existenzängste kennen die Betreiber der Wolfhager Lotto-Annahmestellen also nicht – zumal das Glücksspiel häufig nicht ihre einzige Einnahmequelle ist. Auch Hellmut Ramm hat sich in Wolfhagen mit dem Verkauf von Zeitschriften und Tabakwaren ein zweites Standbein aufgebaut.

Spiel wird teurer

„Noch habe ich keinerlei Einbußen. Allerdings soll das Tippen ja zum 4. Mai teurer werden – vielleicht erwächst daraus für uns ein Problem.“ Künftig werde ein Kästchen auf dem Lottoschein dann einen Euro statt wie bisher 75 Cent kosten. Das sei einem deutschlandweiten Umsatzrückgang durch die Konkurrenz aus dem Internet geschuldet.

Sorgen macht Hellmut Ramm sich trotzdem noch nicht – schließlich seien 75 Prozent seiner Spieler Stammkunden, und die kämen nicht nur, um ihre Kreuzchen zu setzen. „Ein Schwätzchen muss auch mal drin sein“, sagt Ramm.

Anders sehe es bei Oddset, der Sportwette von Lotto, aus. Dort spielten viele Menschen im Netz, so Barbara Seidler, die eine Lotto-Verkaufsstelle an der Schützeberger Straße in Wolfhagen betreibt. „Aber darauf haben wir aus seit Jahren eingestellt.“ Wichtig sei auch der Aspekt des Jugendschutzes: „Wir haben in den Verkaufsstellen die Möglichkeit darauf zu achten, dass keine Personen unter 18 Jahren spielen.“ Im Internet sei der umfassende Schutz vor der Glücksspielsucht nur sehr schwer und mit großem Aufwand umsetzbar.

Angebot für Jüngere

Einig sind sich die Betreiber der Wolfhager Verkaufsstellen darüber, dass das Internet-Angebot in Zukunft vor allem für die jüngere Generation interessant sein wird. „Ältere Spieler werden uns aber in jedem Fall erhalten bleiben“, ist sich Karsten Schmidt sicher.

Vielleicht werde der ein oder andere sich über die Modalitäten des Spiels im Netz informieren – aber letztlich lieber wieder in die altbewährte Filiale zurückkehren.

Quelle: HNA

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