Mann wurde unter Alkoholeinfluss gewalttätig

Loyalität trotz vieler Schläge: Frau zog Anzeige gegen Ehemann zurück

Treysa. Ein Fall von Misshandlung in der Ehe wurde am Donnerstag vor dem Amtsgericht in Treysa verhandelt. Vor Gericht verantworten musste sich ein 44-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres mehrmals gewalttätig gegenüber seiner 44-jährigen Ehefrau geworden zu sein. Das gegen den 44-Jährigen anhängige Verfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde eingestellt.

Schläge auf Kopf und Gesicht

Nach Angaben der Ehefrau gegenüber der Polizei hatte der Mann seine Ehefrau unter Alkoholeinfluss an den Armen gepackt, zu Boden gestoßen und mit beiden Händen auf sie eingeschlagen. Im Falle einer weiteren Misshandlung wurde die Frau von ihrem alkoholsüchtigen Ehemann auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen.

Sowohl der Angeklagte als auch seine Ehefrau verweigerten vor Gericht die Aussage. Zudem hatte die Frau die Strafanzeige gegen ihren Ehemann zurückgezogen. Somit hatten die Aussagen, die sie während der Vernehmung durch die Polizei gemacht hatte, vor Gericht keinen Bestand. „Wir wurden Anfang Mai dorthin gerufen“, berichtete ein 50-jähriger Polizeibeamter.

Die Ehefrau habe angegeben, von ihrem Mann zum wiederholten Male geschlagen worden zu sein. Sie habe Angst gehabt. „Sie wollte, dass wir ihn mitnehmen bzw. dass wir ein Betretungsverbot für die gemeinsame Wohnung aussprechen“, sagte der Polizeibeamte. Sichtbare Verletzungen seien nicht feststellbar gewesen. Die Ehefrau selbst habe auf der Dienststelle angerufen. Sie habe auch Anzeige gegen ihren Mann erstattet.

Der 44-Jährige habe nach Alkohol gerochen, sei aber ruhig gewesen, gab der Polizeibeamte während seiner Schilderungen weiter an. „Ich habe mich natürlich mit der Ehefrau unterhalten, auch außerhalb der Vernehmung“, berichtete eine 42-jährige Polizeibeamtin.

Gute Führung nach Therapie

Ein geschwollenes Auge sei ihr aufgefallen. Die Ehefrau habe ihr geschildert, dass sie mit ihrer Beziehung eigentlich abgeschlossen habe. Wegen der gemeinsamen Söhne und im Hinblick auf eine drohende Geldstrafe, die für die Familie eine Belastung darstelle, habe sie jedoch die Anzeige gegen ihren Ehemann zurückgezogen. Auch habe ihr die Frau zu verstehen gegeben, dass sich ihr Ehemann nach der Rückkehr aus einer Therapie gut führe. (zhk)

Quelle: HNA

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