Tiere sind in der Paarungszeit

Liebestolle Luchse: Milder Winter sorgt schon jetzt für  Frühlingsgefühle

Melsungen. Wenn der Luchs eines nicht mag, dann ist das Gesellschaft. Die größte aller Kleinkatzen ist ein absoluter Einzelgänger und Einzeljäger. Bis auf jene Tage im Jahr, an denen sie auf Partnersuche geht und diese Zeit steht jetzt an.

Höhepunkt der Ranz, wie die Paarungszeit bei Luchsen heißt, ist eigentlich der März. Doch schon jetzt gehe es bei den Luchsen rund, sagt Christian Peter Foet: Der milde Winter sorgt dafür, dass in diesem Jahr alles ein bisschen früher losgeht auch die Paarungszeit bei den Tieren.

Diese Zeit ist die große Hoffnung des Melsunger Forstamtsleiter: Er ist Luchsbeauftragter und immer an allen Meldungen, Sichtungen und Begegnungen interessiert. Seine Bitte an alle Spaziergänger, Jogger, Reiter: Wer einen Luchs sieht, sollte ihn im besten Falle mit dem Handy fotografieren, ansonsten aber einfach beobachten und beschreiben. Vier bis fünf Tiere leben in dem großen Forstamtsgebiet zwischen Wellerode und Morschen. Ein jedes braucht viel Platz: 15.000 bis 20.000 Hektar umfasst das Revier eines männliches Tiers, in diesem Radius geht es auf die Jagd.

Viel Zeit, diese Jagd zu erlernen, hat der Luchs nicht. Die Jungtiere werden im Mai geboren. Erst im November oder Dezember besitzt es die erforderliche Kraft und Größe, um seine Beute anzuspringen und ihm so gezielt an die Gurgel zu gehen, dass sie rasch erstickt. Um das zu lernen, braucht der junge Luchs Zeit - und genau die hat er nicht. Denn im Januar, spätestens im Februar, verlässt das Muttertier den Nachwuchs, um auf die Ranz und damit auf Partnersuche zu gehen.

Die Jungtiere bleiben dann hilflos und hungrig zurück. Die Sterblichkeitsquote bei Luchsen ist damit unglaublich hoch, sie liegt laut Forstamtsleiter Foet bei 75 Prozent. Eine gewisse Zeit, sagt er, schaffe es das Jungtier, einen Fuchs oder einen Hasen zu schlagen. Um aber wirklich satt zu werden, benötige der Luchs vor allem Rehe. Sie allein seien die Beute, von der die Raubkatze richtig satt werden könne.

Aber noch muss man keinen Gedanken daran verschwenden, dass der Luchs aussterben könnte. Die Katze, die vor ein paar Jahren aus dem Harz einwanderte, ist mittlerweile auch schon in Jesberg und Vöhl gesichtet worden. Für Christian Peter Foet ist das ein großer Erfolg. Für ihn passt der Luchs hervorragend in die heimischen Waldgebiete hinein. Die Raubkatze hat es Foet angetan, sie fasziniert ihn: Der Luchs sei nicht nur schön, sondern auch ein ganz präziser Ansitzjäger, der nur aus einem einzigen Grund heraus töte um selbst zu überleben.

Von Claudia Brandau

Leservideo von einer Luchsbegegnung

Quelle: HNA

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