Luchs-Bestand unter der Lupe: Tiere sollen in Fotofalle tappen

Fotofalle für den Luchs: von links Christian-Peter Foet (Forstamtsleiter Melsungen) und Mitarbeiter Bertold Reinbold, BUND NaturschutzreferentThomas Norgall und Matthias Dumm (Forstamtsleiter Hessisch Lichtenau) Foto:  Müller-Neumann

Kreisteil Melsungen. Mit Fotofallen wollen die Forstämter Melsungen und Hessisch Lichtenau mehr erfahren über die Luchse, die inzwischen in unseren Wäldern wieder heimisch geworden sind. Mit 40 dieser kleinen Geräte sollen die Zahl der Großkatzen und deren Aktionsradien ermittelt werden.

30 dieser etwa handgroßen Fotoapparate sind an Stellen im Forstamtsbereich Melsungen angebracht, an denen Luchse bereits gesichtet oder wo ihre Spuren entdeckt wurden. Weitere zehn werden in nächster Zeit im Bereich des Forstamtes Hessisch Lichtenau installiert.

Die Fotofallen werden mit einem Gummmiband an Bäumen fixiert und zwar vornehmlich an Schneisen. Die menschengemachten Freilflächen sind für den Luchs gute Stellen, um Wild zu beobachten. Das schlaue Tier mit den Pinselohren und dem Stummelschwanz nutzt zur Wildbeobachtung aber auch gerne Hochsitze. Aus sechs Meter Höhe zu springen, ist für den Luchs kein Problem.

Immer wieder einmal bekommen vor allem Jäger einen Luchs zu Gesicht. Sicher ist dass, im Raum Melsungen mindestens zwei erwachsenen Männchen und zwei Weibchen leben. Eins davon wurde mit drei im vergangenen Jahr geborenen Jungen gesehen, das andere hatte ein 2009 geborenes Jungtier dabei. „M2“, das Luchsmännchen, das samt Halsband und inzwischen nicht mehr funktionierenden Sender aus dem Harz eingewandert ist, kann nicht der Vater sein. Denn die Kuder werden erst mit drei Jahren geschlechtsreif. Und dieses Alter hat er nun erst erreicht.

Sicher ist, dass „M2“ auch durch bewohnte Gebiete wandert. Bei Jungtieren nicht ungewöhnlich, erläutert Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND-Landesverbandes Hessen. Zu Gesicht bekommen wird ein Mensch einen Luchs ohnehin selten, selbst Jägern ist der Anblick nur in Ausnahmen vergönnt. Angst brauche man nicht zu haben, eine Bache (weibliches Wildschwein) mit Jungtieren sei gefährlicher.

Auf dem Speiseplan des Luchses stehen vorrangig Fuchs, Dachs, Hase, Kaninchen und Waschbär. Auch Rehe reißt das Raubtier: etwa 50 pro Jahr und zumeist schwache Tiere. Daher gebe es keinen Interessenskonflikt mit Jägern, sagt Christian-Peter Foet, und sein Kollege Matthias Dumm fügt an: „Unser Luchsbeauftragter Ralf Meusel hat Informationsveranstaltungen für die Jäger organisiert."

Für die Luchsfreunde ist eines klar: „Es ist absolut super, dass Luchse von selbst wieder unsere Wälder besiedeln“, sagt Thomas Norgall.

Quelle: HNA

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