Gegner der Windanlagen sehen Zusammenhang zwischen Rödeser Berg und totem Tier auf der A44

Luchsfund: Bürgerinitiative fordert Konsequenzen

Wolfhagen. Die Bürgerinitiative „Keine Windkraft in unseren Wäldern“ sieht sich bestätigt: In der Berichterstattung der HNA über den auf der A44 überfahrenen Luchs erklärte der stellvertretende Leiter des Forstamtes, Theo Arend, „es gibt hier Populationen seltener Tiere wie Luchs, Wildkatze und Schwarzstorch“.

„Und genau diese Geschöpfe haben im Wald um den Rödeser Berg ihre ruhige Heimat gefunden“, sagt der Sprecher der BI, Dr. Horst Koenies. Die BI weise seit nunmehr vier Jahren darauf hin und kämpfe deshalb für die Inanspruchnahme bereits vorbelasteter Windkraftstandorte und gegen die Bebauung des Rödeser Berges mit Windmühlen.

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf eine Karte genüge, um den Luchstod räumlich zu bewerten. Das Tier wurde westlich der Raststätte Bühleck überfahren. Dr. Koenies: „Wo kam es her, wo wollte es hin? Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Das scheue, nachtaktive Wildtier versuchte, vom Escheberger Wald in den gegenüber liegenden, gut drei Kilometer entfernten Rödeser Berg-Waldkomplex zu wechseln oder umgekehrt vom Rödeser Berg in den Escheberger Wald.“ Andere Varianten scheiden aufgrund der Geländebedingungen und Siedlungsstrukturen nach Ansicht von Dr. Koenies aus.

Der BI-Sprecher weiter: „Ein totgefahrener Luchs lässt sich schlecht wegdiskutieren, wie dies mit unseren bereits im November 2008 gemeldeten Beobachtungen geschah.“ Damals habe man im Bereich der Burgruine Rodersen ein frisch gerissenes Reh gefunden, das die Arbeitsgemeinschaft Hessenluchs aufgrund von vorgelegten Fotos als vermeintlichen Luchsriss bewertet habe.

„..substantiierte Hinweise für Luchs und Wildkatze liegen nicht vor“, laute der Kommentar in der Abwägungsempfehlung des von der Stadt Wolfhagen beauftragten Planungsbüros im Flächennutzungsplan-Verfahren. Dieser Einschätzung seien die CDU- und SPD-Stadtverordneten gefolgt, indem sie für die Fortsetzung des Planungsprozesses votierten.

Aus dem Luchsfund knapp dreieinhalb Kilometer Luftlinie vom Rödeser Berg entfernt, gelte es Konsequenzen zu ziehen. „Vernünftig wäre, endlich einzusehen, dass die Zerstörung dieses Waldgebietes aufgrund der festgestellten, geradezu einmaligen Vielfalt seltener und auch spektakulärer Tiere nicht fortgesetzt werden kann, wenn Artenschutz ernstgemeint wird.“

Die Bewahrung bestehender intakter Lebensstätten müsse Vorrang haben. „Denn wenn das Land kaputt gebaut sein wird und störungsanfällige Arten keine Heimat mehr finden können“, dann würden sich auch Maßnahmen wie die Schaffung von Grünbrücken über Autobahnen. (nom)

Quelle: HNA

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