AfD-Sprecher lobt Volksabstimmungen in der Schweiz – Auch Modell für Ukraine

Lucke will das Volk fragen

Wahlkampf in Homberg: Bernd Lucke (Alternative für Deutschland) sprach am Sonntagabend im Hotel Stadt Cassel. Foto: Dellit

Homberg/Kassel. Sollte die Mehrheit auf der Krim sich in einer freien und fairen Volksabstimmung dafür aussprechen, dann sollte die Krim zu Russland gehören dürfen. Das forderte Professor Bernd Lucke, Spitzenkandidat der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AFD), bei einem Wahlkampfauftritt gestern im Homberger Hotel Stadt Cassel vor knapp 100 Besuchern.

Der Konflikt sei ein „innerukrainisches Problem“ und müsse daher auch im Land selbst, ohne Einmischung von außen, gelöst werden.

Lucke sprach in Homberg im Rahmen des Europawahlkampfs, aber auch als Unterstützung für den Homberger Bürgermeisterkandidaten Dr. Eibe Hinrichs. Zuvor war er vor mehr als 200 Teilnehmern in einer von den Kreisverbänden Kassel-Stadt, Kassel-Land und Schwalm-Eder organisierten Wahlkampfveranstaltung im Hotel Reiss in Kassel aufgetreten.

In Kassel forderte er von der Bundesregierung eine größere Werte-Orientierung in der Familienpolitik sowie mehr gesellschaftliche Wertschätzung für Familie und Kindererziehung.

Lucke lobte dabei die finanzielle Förderung von Familien, betonte aber auch, dass es nicht nur um die materielle Unterstützung gehe, sondern vor allem auch um die Vermittlung der gesellschaftlichen Bedeutung von Erziehungsarbeit.

„Die Vielfalt des Lebens besteht nicht nur aus beruflicher Karriere und monetären Zielen, sondern eben auch aus persönlichem Glück, das uns Kinder schenken“, sagte der verheiratete Vater von fünf Kindern.

Von Deutschtümelei beziehungsweise Rechtstendenzen, die dem rhetorisch brillanten, 50-jährigen Makro-Ökonomie-Professor häufig nachgesagt werden, war zumindest gestern in Kassel nichts zu spüren.

In Homberg machte Lucke an mehreren Beispielen deutlich, dass Deutschland aus seiner Sicht Souveränität an die Europäische Union verliere. So sei es eine „gefährliche Entwicklung“, dass die Europäische Zentralbank Anleihen maroder Staaten kaufen dürfe, obwohl das Bundesverfassungsgericht das für problematisch halte.

Als positives Beispiel stellte Lucke die Schweiz mit ihren Elementen direkter Demokratie dar, etwa beim Referendum über die Zuwanderung in den Alpenstaat. (ode/jop)

Quelle: HNA

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