Der Hüter des großen Steins

Engagiert: Johannes Luckhardt aus Spangenberg kümmert sich um den großen Stein am Ars Natura Weg bei Schnellrode.

Schnellrode. Ob es wirklich Riesen waren, die den Reichenbacher Rittern den großen Stein stahlen, der nahe Schnellrode am Wegrand liegt, ist zweifelhaft. Tatsache aber ist, dass man am Ars Naturaweg X8 einen riesigen, tonnenschweren und noch dazu handgemeißelten Quader findet.

Johannes Luckhardt kümmert sich seit 18 Jahren um das Naturdenkmal, wie er es nennt.

Der 77-Jährige wanderte damals am von Ranken und Ästen überwucherten Stein vorbei, als ihm die Idee kam, sich künftig um den Klotz zu kümmern. Seitdem schöpft er regelmäßig das Wasser aus dem 3 mal 2,80 Meter großen Stein und räumt den Unrat heraus, den er darin findet und gleich schubkarrenweise abfährt.

Der frühere Postbeamte hat auch zwei Birken und eine Eiche neben den Stein gesetzt, von dem die Sage erzählt, dass sich selbst die Riesen an seinem Gewicht verschätzten. Nachdem sie ihn den Rittern gestohlen hatten, konnten sie den Brocken nicht lange schleppen und ließen ihn erschöpft bei Schnellrode fallen. So kam laut Legende der große Stein in die Feldgemarkung.

Ob es nun Ritter, Riesen oder, und das ist wahrscheinlicher, einfach frühere Spangenberger waren, die das tonnenschwere Gebilde dorthin gebracht hatten es muss ein echtes logistisches Problem gewesen sein.

Johannes Luckhardt will sich weiter darum kümmern, dass der rechtwinklig zugeschlagene Stein sauber und ansehnlich bleibt.

Dem steinernen Krokodil, das der Knüllwalder Künstler Professor Ewald Rumpf vor zehn Jahren schuf und direkt neben dem Steinquader platzierte, wird die Pflege seiner nahen Wasserstelle nur recht sein.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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