Medizintechnik-Hersteller kann 2011 mehr produzieren

Ludwig Georg Braun geht mit Rekorden

Schwalm-Eder. Die letzten Zahlen, die Ludwig Georg Braun als Vorstandschef der B. Braun Melsungen AG am Freitag vorlegte, waren seine besten: Der Medizintechnik- und Pharmahersteller hat 2010 mit einem Umsatz von 4,42 Milliarden Euro und einem Gewinn von 277,4 Millionen Euro Rekorde aufgestellt.

„Die letzten 16 Monate waren wir so gut wie ausverkauft“, sagt der scheidende Konzernchef, der zum 1. April das Steuer an seinen derzeitigen Vize und Finanzvorstand Heinz-Walter Große abgibt. Stark gefragt waren vor allem Standardprodukte, etwa Infusionslösungen. Die Aussichten für 2011 sind ebenfalls gut: Mehr als sechs Prozent wird der Umsatz voraussichtlich zulegen.

Möglich wird das nicht zuletzt, weil die Melsunger seit Ende 2010 ein 1,6 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm abarbeiten. Nun können sie mehr produzieren. So geht in Vietnam eine neue Fabrik für Infusionsgeräte an den Start, in Spanien wurde das Werk für Infusionslösungen ausgebaut. In der neuen Fabrik für Nährlösungen am Stammsitz Melsungen wird die Produktion frühestens 2012 beginnen. Das neue Werk für Infusionspumpen und Dialysegeräte in Melsungen hat bereits den Betrieb aufgenommen. 97 Prozent des Umsatzes macht B.Braun mit eigenen, nicht zugekauften Produkten.

Baustellen in Melsungen werden weiterhin zum Alltag gehören. Zwei Bürogebäude und die Kantine sollen dieses Jahr erweitert werden, 2010 investierte der Konzern in Melsungen 170 Millionen Euro, 20 Millionen mehr als im Vorjahr. 34 Jahre stand Ludwig Georg Braun an der Spitze der nicht börsennotierten AG. Er baute das Geschäft des Konzerns um ein Vielfaches aus. Sein Nachfolger Heinz-Walter Große will diesen Wachstumskurs vorantreiben. Der 58-Jährige promovierte Betriebswirt ist der erste Konzernchef, der nicht der Familie angehört.

Quelle: HNA

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