Lücke am Bahnsteig: Bahnhof Guxhagen ist nicht barrierefrei

Passt nicht: Statt bündig abzuschließen, muss man gut 15 Zentimeter Höhe beim Einstieg in die Regiotram überwinden.

Guxhagen. Der Guxhagener Bahnhof ist nicht barrierefrei - das kritisieren der Guxhagener Vdk-Vorsitzende und der Behindertenbeauftragte des Altkreises Melsungen.

„Mind the Gap“- Achten sie auf die Lücke heißt es, wenn man in London U-Bahn fährt. Für so manche Reisende wäre der Hinweis auch in Guxhagen nützlich. Denn auch dort klafft mitunter eine Lücke zwischen Bahnsteig und Zug.

Barrierefreiheit sieht anders aus, sagen der Guxhagener VdK-Vorsitzende Gerhard Kakalick und Gustav Walter, Behindertenbeauftragter des Altkreis Melsungen. Die beiden kritisieren die Hürde in Form des Abstands zwischen Bahn und Bahnsteig. Zwar können Fahrgäste dank ausfahrbarer Trittbretter nicht in die Tiefe fallen - sie müssen aber einen Höhenunterschied überwinden.

Auf Gleis 1 Richtung Kassel schließt die Regiotram bündig mit dem Bahnsteig ab, aber für die Bahnen des Unternehmens Cantus ist der Bahnsteig zu hoch. Auf der anderen Seite Richtung Melsungen passt es für den Cantus, für die Regiotram ist der Bahnsteig aber zu niedrig.

Ärgern sich über mangelnde Barrierefreiheit: links Gerhard Kakalick (VdK-Vorsitzender Guxhagen) und Gustav Walter (Behindertenbeauftragter Altkreis Melsungen).

Grund für den Höhenunterschied sind die Vorgaben der Deutschen Bahn, sagt Sabine Herms, Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV). Im Zuge der Bauarbeiten am elektrischen Stellwerk Guntershausen sei auch der Bahnsteig auf der Seite zum Raiffeisengelände neu gebaut worden. Dieser sei mit 55 Zentimetern Höhe ab Gleisbett auf die Züge der Deutschen Bahn zugeschnitten. 55 Zentimeter seien für die Regiotrams der NVV allerdings zu hoch. Denn diese würden auch im Stadtgebiet Kassel eingesetzt, wo die Einstiege maximal 20 Zentimeter hoch sind. Der Höhenunterschied könne jedoch mit einer Rampe überwunden werden, sagt Herms. Um Hilfe zu erhalten, sollten Fahrgäste den grünen Knopf drücken, der sich an den Türen befindet. So einen gäbe es auch bei den Cantus-Bahnen.

Ein weiteres Problem für Fahrgäste ist der Weg von einem zum anderen Gleis. Um die Seite zu wechseln, muss man das Bahngelände verlassen und auf dem Fußweg an der Dörnhagener Straße entlang laufen.

Dieser verengt sich an der Unterführung deutlich. 70 Zentimeter sind es laut Kakalick - zu schmal für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen. Dieser Missstand soll allerdings bald behoben sein: Der Gehweg wird nach jahrelanger Planung auf 1,50 Meter verbreitert. Nach Aussage von Bauamtsleiter Steffen Tasler beginnen die Bauarbeiten noch in diesem Monat.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare