Luftfahrtkonzern in Turbulenzen 

Lufthansa in der Krise: Betrieb wird langsam wieder aufgenommen

Die Lufthansa will ihren Flugbetrieb wieder aufnehmen. Allerdings ist der Flugplan stark ausgedünnt.

  • Die Lufthansa ist wegen Corona* tief in die Krise gerutscht.
  • Am Flughafen Frankfurt* sollen bald wieder mehr Lufthansa-Flüge starten.
  • Langsam nimmt die Lufthansa ihren Flugbetrieb wieder auf.

Update vom 29.06.2020, 17.29 Uhr: Mit dem aktuellen Flugplan fährt die Lufthansa ihren Betrieb wieder hoch – wenn auch nicht auf das Niveau vor der Corona-Krise. Bis zum 24. Oktober sollen rund 40 Prozent des normalen Angebots geflogen werden.

Das Streckenangebot soll auf 90 Prozent der Kurz- und Mittelstrecken wieder angeboten werden. Außerdem sollen 70 Prozent der Langstrecken wieder bedient werden. Beides jeweils mit weniger Flügen. Schwerpunkt ist dabei das Mittelmeer mit seinen Urlaubsregionen. Von den 760 Jets der Lufthansa sollen dann regelmäßig wieder 380 in der Luft sein.

Lufthansa kann mit Staatshilfe weiterfliegen

+++ 18.34 Uhr: Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre stimmten einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit einer Mehrheit von 98,04 Prozent zu. Das damit verbundene Hilfspaket über neun Milliarden Euro kann nun umgesetzt werden. Bereits am Morgen hatten die Wettbewerbshüter der Europäischen Union den deutschen Rettungsmaßnahmen final zugestimmt.

Lufthansa in der Krise: „Wir haben kein Geld mehr“ – Appell an Aktionäre

+++ 15.27 Uhr: Auch der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, hat bei der Hauptversammlung am Donnerstag (25.06.2020) in Frankfurt noch einmal eindringlich um die Zustimmung der Aktionäre zur Rettung des Konzerns gebeten. Das Unternehmen sei auf die Hilfe der Bundesregierung angewiesen, sagte Spohr. Wenn diese nicht akzeptiert werde, drohe die Zahlungsunfähigkeit. 

Der Aufsichtsratschef der Lufthansa, Karl-Ludwig Kley, wurde noch deutlicher: „Wir haben kein Geld mehr“, sagte er auf der Hauptversammlung. Zwar habe auch der Vorstand Bedenken bei den Bedingungen für die Hilfen, diese seien aber notwendig. Der umstrittene Einstieg des Staates bei der Lufthansa sei vorübergehend und werde sich nicht auf die Geschäfte auswirken, versicherte Kley.

Ryanair will gegen Hilfe für Lufthansa klagen

+++ 14.00 Uhr: Der Lufthansa-Konkurrent Ryanair hat Klage gegen die Entscheidung der EU-Komission eingereicht, Staatshilfen für die Lufthansa zu genehmigen. Der Leiter der Rechtsabteilung des Unternehmens, Juliusz Komorek, sprach davon, dass die Corona-Pandemie keine Entschuldigung sein könne, das Wettbewerbsrecht zu ignorieren.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte bereits im Mai geplante Staatshilfen für die Lufthansa kritisiert. Das Unternehmen wolle gegen jede Form von Staatshilfen für Airlines im Zuge der Corona-Pandemie Rechtsmittel einlegen, hieß es von Ryanair.

Wirtschafts- und Finanziminister werben für Hilfen für Lufthansa

+++ 13.04 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) haben die Aktionäre der Lufthansa erneut ermutigt, das Rettungspaket der Bundesregierung anzunehmen. „Es liegt ein gutes Angebot auf dem Tisch, die Lufthansa-Aktionäre sollten es annehmen“, sagte Scholz. Es sei im berechtigten Interesse der Steuerzahler, die Lufthansa mit ihren über 100.000 Beschäftigen zu retten.

Großaktionär Heinz Hermann Thiele hatte bis kurz vor der Hauptversammlung einem Rettungspaket für die Lufthansa kritisch gegenüber gestanden. Auch nach einem Gespräch mit Scholz und Altmaier hatte er eine Zustimmung offen gelassen. Kurz vor der Hauptversammlung hatte er aber sein Okay für die Rettung signalisiert.

EU-Komission billigt Rettungspaket für Lufthansa unter Auflagen

+++ 10.27 Uhr: Kurz vor Beginn der Lufthansa-Hauptversammlung kommt eine gute Nachricht: Die EU-Komission hat das Rettungspaket für den größten deutschen Luftfahrtkonzern genehmigt. Damit ist der Weg frei für neun Milliarden Euro, die die Bundesregierung der Lufthansa zur Verfügung stellen will. 

Bedingung für die Genehmigung ist, dass die Lufthansa Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrung einhält. Dazu zählt auch, dass das Unternehmen Start- und Landerechte an seinen Drehkreuzen Frankfurt und München abgibt. 

Corona-Krise: Neun Milliarden Euro Hilfen für die Lufthansa

Die neun Milliarden Euro der Bundesregierung werden in drei Teilen zur Verfügung gestellt. Drei Milliarden Euro erhält die Lufthansa von der staatlichen Förderbank KfW in Form eines Kredites. Private Banken beteiligen sich an diesem Kredit mit 600 Millionen Euro. 

Außerdem soll der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) 4,7 Milliarden Euro in Form einer Beteiligung ohne Stimmrechte erwerben. Zusätzlich erwirbt der WSF Aktien der Lufthansa im Wert von 300 Millionen Euro und damit 20 Prozent der Anteile. Diese sind auch mit einem „inhaltlich beschränkten Stimmrecht“ verbunden, wie es vonseiten der Bundesregierung zur Lufthansa-Rettung heißt.

Lufthansa und Gewerkschaft UFO einigen sich

Bereits am Mittwoch (24.06.2020) hatten sich Lufthansa und die Gewerkschaft der Flugbegleiter UFO auf ein Krisenpaket geeinigt. Es sollen rund 500 Millionen Euro eingespart werden. Die Flugbegleiter der UFO verzichten zeitweise auf Gehaltsanhebungen und reduzieren ihre Arbeitszeit zusammen mit der Vergütung. Außerdem soll es ein Abfindungsprogramm geben. Im Gegenzu will die Lufthansa auf betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich verzichten.

Update vom Donnerstag, 25.06.2020, 05.00 Uhr: Bei der Lufthansa fällt am heutigen Donnerstag (25.06.2020) eine schwerwiegende Entscheidung. Die Aktionäre des Unternehmens stimmen bei der außerordentlichen Hauptversammlung (Beginn 12.00 Uhr) darüber ab, ob sie den Staat für rund 300 Millionen Euro als Anteilseigner einsteigen lassen wollen oder nicht. 

Damit fest verbunden ist das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket, das in den Wochen zuvor mühsam zwischen Frankfurt, Berlin und Brüssel ausgehandelt worden ist. Falls der Staatseinstieg ins Grundkapital platzt, ist auch das übrige Rettungspaket aus stiller Beteiligung und KfW-Kredit erst einmal hinfällig.

Lufthansa-Großaktionär will Rettungspaket zustimmen

Update vom Mittwoch, 24.06.2020, 19.28 Uhr: Die Lufthansa wird aller Voraussicht dem milliardenschweren Rettungspaket des Bundes zustimmen. Unmittelbar vor der wichtigen Hauptversammlung der Lufthansa hat der Großaktionär Heinz Hermann Thiele einen großen Schritt in Richtung Einigung getan. „Ich werde für die Beschlussvorlage stimmen“, zitiert ihn die FAZ. Er stimme gegen die Insolvenz. „Es liegt im Interesse aller Lufthansa-Mitarbeiter, dass das Management zügige Verhandlungen mit den Gewerkschaften über die nötige Restrukturierung führen kann.“

Update vom Dienstag, 23.06.2020, 16.47 Uhr: Die Lufthansa-Beteiligung SunExpress stellt ihren Betrieb in Deutschland ein. Betroffen sind 1200 Mitarbeiter. Der Grund für die Schließung des Unternehmens ist die Corona-Pandemie, in deren Folge die Nachfrage nach Flüge rapide gesunken ist. Die noch geplanten Flüge von SunExpress sollen von Eurowings, der türkischen SunExpress oder anderen Airlines übernommen werden. 

Lufthansa und Turkish Airlines hatten SunExpress gemeinsam gegründet

Der Flugbetrieb soll in Kürze eingestellt werden, teilte die Lufthansa mit. Über die Zukunft der Mitarbeiter ist noch keine Entscheidung getroffen. Der Flugbetrieb der türkischen SunExpress soll weiterhin von Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Türkei stattfinden. Andere Ziele sollen nicht mehr angeflogen werden.

SunExpress war 1989 von Turkish Airlines und der Lufthansa gemeinsam gegründet worden. In Frankfurt befindet sich der Sitz der deutschen SunExpress mit 20 Flugzeugen, insgesamt verfügt das Unternehmen über 69 Maschinen, welche alle in der Türkei registriert sind.

Lufthansa ist wegen Corona tief in der Krise

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Lufthansa als größter deutscher Luftfahrtkonzern in eine tiefe Krise gerutscht. Die Nachfrage brach rapide ein, der Flugbetrieb kam zeitweise fast vollständig zum Erliegen. 

Die Bundseregierung hat dem Konzern Staatshilfen angeboten, über diese soll in einer außerordentlichen Hauptversammlung der Lufthansa-Atkionäre am 25. Juni entschieden werden.

Lufthansa bietet Tests auf das Coronavirus für Passagiere

Update vom Freitag, 12.06.2020, 14.29 Uhr: Wer mit der Lufthansa ab dem Flughafen Frankfurt oder München fliegt, soll sich schon bald auf das Coronavirus testen lassen können. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ soll das Angebot mit Partnern in Form eines Testcenters umgesetzt werden.

Möglich sei, dass die Corona-Tests bei der Lufthansa noch im Juni kommen, spätestens aber Anfang Juli. Das Angebot richte sich vor allem an Kunden, deren Einreise Länder einen solchen Test verlangen. Das Ergebnis des Tests soll binnen vier Stunden vorliegen, also schneller als mancher Langstreckenflug der Lufthansa. Einen weiteren Schutz sollen auch die Hygiene-Regeln an Bord bieten. Flugbegleiter und Piloten sollen genau wie Passagiere einen Mund-Nasen-Schutz* an Bord der Maschinen der Lufthansa tragen.

Folgende Hygienevorschriften gelten auf einem Flug der Lufthansa (Stand: 12.06.2020)

  • Das Bording geschieht in Gruppen
  • Um den Mindestabstand zu wahren, sollen die Passagiere die automatischen Boarding-Gates nutzen
  • Beim Einsteigen bekommt jeder Fluggast ein Desinfektionstuch, mit der Passagier seinen Sitz reinigen kann
  • Während des gesamten Fluges müssen Passagiere und die Crew Mund und Nase bedeckt halten
  • Der Bordservice findet vereinfacht statt

Lufthansa will wegen Corona-Pandemie Arbeitsplätze abbauen

Update vom Mittwoch, 10.06.2020, 21.57 Uhr: Bei der Lufthansa sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Die Lufthansa beziffert den rechnerischen Überhang auf 22.000 Vollzeitstellen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch (10.06.2020) nach einem Tarifgipfel der Lufthansa mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo betonte, sie sei bereit, bis zur außerordentlichen Hauptversammlung Ende Juni eine Lösung zu erreichen. Zugleich forderte sie: „Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht.“ Ufo zufolge entspricht der rechnerische Überhang sogar 26.000 Arbeitsplätzen.  Insgesamt beschäftigt die Lufthansa rund 138.000 Mitarbeitende.Die Corona-Pandemie hatte ihr übel mitgespielt. Die Lufthansa fuhr im ersten Quartal 2020 einen Milliardenverlust ein.

Flughafen Frankfurt: Lufthansa fliegt aus dem Dax – Folge der Corona-Krise

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 22.16 Uhr: Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun hat die Deutsche Börse es bestätigt: Nach dem Kursabsturz in der Corona-Krise verliert die Lufthansa ihren Platz im Deutschen Aktienindex (Dax). Deutschlands größte Fluggesellschaft steigt zum 22. Juni in den MDax der mittelgroßen Werte ab. Für sie rückt der Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen in den Kreis der 30 Dax-Konzerne nach. Die Lufthansa hatte zuvor knapp 32 Jahren ununterbrochen einen Platz im Dax gehabt.

Fliegt die Lufthansa aus dem Dax? Corona-Folgen für Konzern dramatisch

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 08.38 Uhr: Dem Sinkflug der Lufthansa-Aktie in der Corona-Krise folgt aller Voraussicht nach der Abstieg der Fluggesellschaft aus dem Dax. Die Entscheidung soll an diesem Donnerstagabend (04.06.2020) um 22 Uhr fallen. Als potenzieller Aufsteiger in den Deutschen Aktienindex gilt der Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen.

Die Lufthansa ist in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten, weil seit Monaten kaum noch Flugverkehr möglich ist. In dem Konzern mit etwa 138.000 Beschäftigten stehen deswegen Tausende Jobs auf der Kippe. Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket geschnürt, das verschiedene Hilfen und Eigenkapitalmaßnahmen in einer Gesamthöhe von rund neun Milliarden Euro vorsieht. Im Gegenzug soll der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) 20 Prozent der Aktien übernehmen. Außerdem ist vorgesehen, dass der Bund zwei Posten im 20-köpfigen Aufsichtsrat der Lufthansa besetzt.

Corona-Krise: Lufthansa kündigt Umbau an - Airline verzeichnet Milliardenverlust

Update vom Dienstag, 3.06.2020, 07.50 Uhr: Die gebeutelte Lufthansa hat trotz ihrer geplanten Rettung durch den Staat massive Umbauten und Einschnitte vor. „Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern", sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Mittwoch in Frankfurt. Die Zahlen für das erste Quartal zeigen einen Milliardenverlust der Airline: Rund 2,1 Milliarden Euro Miesen machte der Konzern - im Vergleich zu 342 Millionen Umsatz im vergangenen Jahr.  Ob und wie im Zuge dieser Umstrukturierung Stellenabbau stattfinden wird, hat der Vorstand bisher noch nicht öffentlich verkündet.

Fest steht, dass die Lufthansa den Geldzufluss deutlich wird steigern müssen, um die Kredite und Zinsen schnell zurückzahlen zu können, so Vorstandsmitglied Thorsten Dirks. Währenddessen geht die Nachfrage nach Flugreisen eher zurück. Die Airline rechnet damit, dass auch in den kommenden Jahren mehrere hundert Flugzeuge der Flotte nicht werden fliegen dürfen. 

Corona-Krise: Lufthansa macht nächsten Schritt in Richtung Staatshilfen

Update vom Montag, 1.06.2020, 15.47 Uhr: Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa akzeptiert die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket. Das teilte die Fluggesellschaft nach einer Sitzung des Gremiums mit. Lufthansa muss Start- und Landerechte am Flughafen Frankfurt und dem Flughafen München abgeben. Die Hauptversammlung muss noch zustimmen.

Vorstandschef Carsten Spohr sagte, die Stabilisierung der Lufthansa sei kein Selbstzweck. „Gemeinsam mit der Bundesregierung muss es unser Ziel sein, unsere Spitzenposition im globalen Luftverkehr zu verteidigen. Für diese Perspektive sind wir allen an der Stabilisierung Beteiligten, inklusive unseren Kunden, Mitarbeitern und Aktionären dankbar“, wird Spohr zitiert.

Update vom Samstag, 30.05.2020, 06.30 Uhr: Die schwer angeschlagene Lufthansa will Auflagen der EU-Kommission für das geplante milliardenschwere Rettungspaket der Bundesregierung annehmen. Wie der Konzern in der Nacht zu Samstag mitteilte, beschloss der Vorstand, einen zuvor zwischen Berlin und Brüssel ausgehandelten Kompromiss zu akzeptieren. Demnach muss die Lufthansa Start- und Landerechte am Flughafen Frankfurt sowie am Flughafen München an Wettbewerber abgeben

Flughafen Frankfurt: Lufthansa geht Schritt in Richtung Staatshilfe

Wie die Lufthansa mitteilte, ist der Umfang der aus Sicht der EU-Kommission erforderlichen Zusagen im Vergleich zu ersten Plänen verringert worden. Das Unternehmen wird demnach verpflichtet, am Flughafen Frankfurt sowie am Flughafen München je einem Wettbewerber die Stationierung von je bis zu vier Flugzeugen samt bis zu 24 Start- und Landerechten zu übertragen. 

Der Aufsichtsrat der Lufthansa muss nun dem Rettungspaket inklusive der Auflagen der EU noch zustimmen. Das Unternehmen will dann im Anschluss zeitnah eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um die Zustimmung der Aktionäre zum Paket einzuholen.

Flughafen Frankfurt: Einigung mit Lufthansa während Corona steht noch aus

Auch das Wirtschaftsministerium weist darauf hin, dass die Einigung noch nicht festgezurrtist: „Im Übrigen dauern die Gespräche mit der EU-Kommission zur beihilferechtlichen Genehmigung an“, heißt es in einer Stellungnahme am frühen Samstagmorgen. Aber: „Mit dem jetzt erzielten Zwischenschritt ist der Weg für eine Befassung der Hauptversammlung geebnet.“

Eine Sprecherin der Brüsseler Behörde teilte am frühen Samstagmorgen mit, man nehme die von Deutschland vorgeschlagenen Zusagen zur Sicherung des Wettbewerbs zur Kenntnis. Die Zusagen von Lufthansa seien zugunsten der Verbraucher und eines wirksamen Wettbewerbs. Die Verhandlungen sind mit dem Kompromiss aber noch nicht abgeschlossen. Brüssel muss dem Paket noch zustimmen. Die Bundesregierung muss es notifizieren. 

Lufthansa und Corona: Im Juni wird am Flughafen Frankfurt wieder geflogen

+++ 15.56 Uhr: Die Fluggesellschaft Lufthansa hat angekündigt, dass sie sowie ihre Konzerntöchter Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti im Juni wieder mehr Flüge anbieten wollen. Gerade die Tochterunternehmen hatten ihren Betrieb wegen der Corona-Krise seit März nahezu komplett eingestellt.

Die Lufthansa kündigte an, dass die Airlines ihrer Konzerngruppe im kommenden Monat wieder rund 2000 wöchentliche Verbindungen zu rund 130 internationalen Zielen betreiben wollen. Das seien im Vergleich zum Vorjahr etwa 15 Prozent der Kapazität an Flügen.

Update vom 28.05.2020, 12.50 Uhr: Bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission über das Lufthansa-Rettungspaket rechnet die Bundesregierung nach Informationen der Deutschen Presseagentur erst nach Pfingsten mit einem Ergebnis. 

Die Genehmigung der EU Kommission in Brüssel zu den geplanten Staatshilfen im Umfang von neun Milliarden Euro steht noch aus. Der Aufsichtsrat der Lufthansa hatte die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets am Mittwoch (27.05.2020) vor allem aus Sorge vor möglichen Auflagen zu Start- und Landerechten vertagt. 

Debatte um Staatshilfen: Lufthansa lehnt Angebot ab

Erstmeldung vom 27.05.2020: Frankfurt - Die Lufthansa hat das Corona-Rettungspaket der Bundesregierung in Höhe von neun Milliarden Euro vorerst abgelehnt. Der Aufsichtsrat kam am Mittwoch zu keiner endgültigen Entscheidung. Das melden die Presseagenturen dpa und AFP übereinstimmend.

Sorge um Startrechte für Lufthansa am Flughafen Frankfurt

Zu groß ist die Sorge um Auflagen der EU-Kommission. Diese könnten Start- und Landerechte gefährden, auch am Lufthansa-Drehkreuz am Flughafen Frankfurt würde es zu Folgen für die Airline kommen. Denn die Genehmigung für das Corona-Rettungspaket wären eventuell an Bedingungen geknüpft.

Zu diesen Bedingungen würde gehören, dass die Lufthansa Start- und Landerechte unter anderem am Flughafen Frankfurt abgeben müsste. So würde sichergestellt werden, dass die Lufthansa keine Vormachtstellung bei gleichzeitiger staatlicher Unterstützung hätte. Der Aufsichtsrat der Lufthansa will nach eigenen Angaben jetzt Alternativen zum Corona-Rettungspaket prüfen. Möglich wäre eine Insolvenz in Eigenverantwortung, auch als „Schutzschirmverfahren“ bekannt.

Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Flughafen Frankfurt geplant

Erst am Vortag (26.05.2020) hatte die Lufthansa ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Betreiber des Flughafens Frankfurt angekündigt. Wie der Branchendienst Aero Telegraph berichtet, ist der gemeinschaftliche Betrieb eines Terminals am Flughafen Frankfurt durch die Lufthansa und die Fraport im Gespräch. Die Ankündigung fiel mit der Nachricht zusammen, dass die EU-Kommission eine Entziehung von Start-Slots am Flughafen Frankfurt für die Lufthansa zur Bedingung für ein Corona-Rettungspaket machen könnte.

Corona-Rettungspaket für Lufthansa bedarf Zustimmung der EU-Kommission 

Die geplanten Hilfen wären eine Kombination aus stillen Einlagen, Krediten und staatlicher Beteiligung gewesen. Der nächste Schritt hätte eine Zustimmung der EU-Kommission sein sollen. Die Corona-Pandemie und der einbrechende Reiseverkehr hatten die Lufthansa in Bedrängnis gebracht. Die Drehkreuze in München und am Flughafen Frankfurt dienen derzeit vor allem als Parkplatz für Flugzeuge der Lufthansa, da der Flugbetrieb stark zurückgefahren wurde.

Kritik an den geplanten Corona-Hilfen für die Lufthansa hatte es von der Konkurrenz gegeben. Ryanair-Chef O'Leary hatte gedroht, gegen die Hilfen zu klagen, da diese der Lufthansa einen Wettbewerbsvorteil verschaffen würden.

Von Marcel Richters

Die Bundesregierung wird die Lufthansa mit einem milliardenschweren Rettungspaket unterstützen. Die von der Corona-Krise stark angeschlagene Warenkette Galeria Karstadt Kaufhof erhofft sich ebenfalls staatliche Hilfe.

Die Lufthansa startet einen Charterflug vom Flughafen Frankfurt nach China. An Bord sind 200 Menschen - aber nicht alle sind Corona-frei.

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