Projekt zum Reformationsjubiläum

Landart-Künstler Bauer plant: Ein Luther-Bild im Feld

Landart-Künstler Bauer plant luther kunstwerk im künstlerfeld madorf jubiläum - dr. jürgen schulz-grobert (links) vom verein haus der reformation und dr. Hans-Joachim Bauer (rechts)

Homberg. Groß, größer, Landart: Erinnern Sie sich noch an die Titanic im Rapsfeld? Landart-Künstler Dr. Hans-Joachim Bauer hatte sie zum Hessentag 2008 als Kunstwerk in einem Feld bei Homberg entstehen lassen. Jetzt hat Bauer ein neues, großes Projekt vor.

Dr. Hans-Joachim Bauer will auf einem etwa 200 mal 200 Meter großen Acker ein Luther-Bildnis entstehen lassen - zum Reformationsjubiläum 2017 soll dieses dann zu sehen sein.

Bislang hat Bauer seine Idee, eine Zeichnung davon von Grafiker Werner Krauß und die Unterstützung des Vereins Haus der Reformation sowie des Landwirts Erhard Schröder, auf dessen Feld Luther wachsen soll. „Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Idee Zustimmung findet, werde ich sie umsetzen“, sagt Bauer im HNA-Gespräch.

Die Idee 

Als Dr. Hans-Joachim Bauer in unserer Zeitung die Kritik eines Hombergers las, dass man sich in der Reformationsstadt offenbar nicht genug in Zeug legt, um beim Reformationsjubiläum 2017 eine Rolle zu spielen, nahm sich Bauer, vor, daran etwas zu ändern - ganz praktisch.

„Ich will etwas für meine Mutterstadt Homberg machen“, erklärt Bauer. Und so beschäftigte er sich mit dem Thema, dass ihm seit Jahrzehnten am Herzen liegt: der Reformation. Also entwarf der Landart-Künstler ein Landart-Projekt. So bekomme das Thema Bodenhaftung, sagt er.

Das Bild im Feld 

Bei dem Portrait handelt es sich um eine Zeichnung von Kranach, die für das Landart-Projekt verwendet werden soll. „Es ist eines der bekanntesten Luther-Portraits“, sagt Bauer. Vom Schlossberg aus habe man den besten Blick auf das Feld. Doch auch direkt vom Ackerrand aus, wäre es zu erkennen. Vielleicht könnte man auch eine Tribüne an dem Feld aufbauen, sagt Bauer.

Eine sichtbare Verbindung vom Feld zur Hohenburg und von dort zur Stadtkirche soll es am 31. Oktober 2017, dem Reformationsjubiläum, geben, durch einen Laserstrahl.

Die Kosten 

Der Laserstrahl sei auch der kostspieligste Punkt bei der Planung. Wie viel das Projekt insgesamt kosten wird, will Bauer noch nicht sagen. Derzeit ist er auf der Suche nach Sponsoren.

Die Chance 

Durch die Kunst im Feld habe man die Chance, die Synode und die Reformation in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Schließlich sei das Thema für viele sehr abstrakt, sagt Dr. Jürgen Schulz-Grobert, vom Verein Haus der Reformation. Außerdem sei es dadurch möglich, die Perspektive auf Luther zu wechseln. „So kann man sich dem Reformationsgeschehen nähern und es überdenken.“ Es gebe auch Kritiker der Reformation und es sei nicht nur eine Jubelparty.

Die Umsetzung 

Mit Landwirt Erhard Schröder hat Bauer bereits über die Fruchtfolge gesprochen. Ab August könne er gemeinsam mit Detlef Pach für Vermessungen (GPS) auf das Feld. Es gebe für das Bild nur zwei Farben: Das Gelb des Stoppelfeldes und das Braun der Erde. Er fange jetzt an, die Weichen zu stellen. Von der Idee bis zur Umsetzung der Titanic habe es zwei Jahre gedauert.

Die Helfer 

Nicht nur Sponsoren sucht der Landart-Künstler, sondern auch Menschen, die ihm ganz praktisch bei der Umsetzung helfen. „Mit Spaten und Hacke“, sagt Bauer. Es sei ihm wichtig, dass er Menschen ein bezieht und diese das Kunstwerk mitgestalten. Durch das gemeinsame Handeln würden Herz und Kopf verknüpft.

Die Herausforderung 

Zum ersten Mal wagt sich der Landart-Künstler an ein Gesicht. „Da muss man sehr exakt arbeiten, um die filigranen Gesichtszügen auf den Boden zu übertragen“, erklärt er.

Der Künstler 

Die Idee des Homberger Künstlers sei ein Glücksfall, sagt Schulz-Grobert: „Insgeheim habe ich mir gewünscht, dass er sich damit beschäftigt. Bauer hat den intellektuellen, historischen Zugang und das Wissen.“ Jahrzehnte habe dieser sich mit der Reformation beschäftigt und schon Vorträge darüber gehalten. „Das Projekt ist die logische Konsequenz und es würde Homberg einzigartig machen.“

Quelle: HNA

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