Letzte Ruhe unter Bäumen

Im Maderholz bei Gudensberg könnte ein Bestattungswald entstehen

Alternative Bestattungsform: Auch in Gudensberg wird überlegt, einen Bestattungswald anzulegen. Eine Fläche im Maderholz kommt dafür möglicherweise in Frage. Foto: dpa

Gudensberg. Im Maderholz bei Gudensberg könnte der erste Bestattungswald im Schwalm-Eder-Kreis entstehen. Die Anregung dazu stammt von der SPD-Fraktion.

Im Parlament waren sich die Fraktionen am Donnerstag einig, dass die Verwaltung prüfen soll, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen Bestattungswald anlegen zu können. Die Fläche im Maderholz ist etwa fünf Hektar groß.

Argumente: Die Bestattungskultur habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt und sei deutlich vielfältiger geworden, sagte Carmen Abel (SDP). „Immer mehr Leute wollen im Schatten eines Baumes ihre letzte Ruhe finden“, fügte sie hinzu.

„Immer mehr Leute wollen im Schatten eines Baumes ihre letzte Ruhe finden.“

Das werde eine ordentliche „Denksportaufgabe“ für die Verwaltung, meinte Dieter Heer (CDU). Unter anderem müsse geklärt werden, ob die fünf Hektar große Fläche ausreiche, ob dort vorrangig Gudensberger bestattet werden sollen und was die Glaubensgemeinschaften dazu sagen.

Auch über die Zufahrt, Wege, Parkplätze und die Pflege müsse man sich Gedanken machen.

Der Begriff „Friedwald“ sei eine geschützte Marke. Darauf wies Heinrich Pohlmann (FDP) hin. Es gebe dafür klare Kriterien und einige Hürden. Auch er begrüße die Idee grundsätzlich, sei aber nicht sonderlich optimistisch, dass es gelingen werde, eine solche Ruhestätte anzulegen.

Im Zusammenhang mit der Infrastruktur gebe es einiges zu klären, bekräftigte auch Ullrich Horstmann (Die Grünen). Dem Anliegen der SPD-Fraktion stimme er aber ausdrücklich zu.

Erfahrungen: 

Im Reinhardswald gibt es seit 2002 Bestattungen im Wald. Die Ruhestätte, die von der „FriedWald GmbH“ betrieben wird, war bundesweit der erste Bestattungswald. Die Ruhestätte ist 116 Hektar groß. Bisher sind dort 4600 Menschen beigesetzt worden. 51 Friedwälder gibt es bundesweit bereits.

Voraussetzungen: 

Der Begriff Friedwald sei eine geschützte Marke, betont Corinna Brod, die Sprecherin der Firma, die ihren Sitz in Griesheim hat. Das Unternehmen berate beim Anlegen von Bestattungswäldern, im Genehmigungsverfahren und beim Anlegen der Ruhestätten. Voraussetzungen seien ein schöner Laubmischwald, Zufahrtswege, ein Parkplatz und gut begehbar Waldwege.

Zum Konzept der Friedwald GmbH gehöre auch ein Gedenkplatz mit Kreuz, Urnen-Stele und Sitzbänken. Im Reinhardswald habe man eine Schutzhütte errichtet, die für Andachten genutzt werden könne. Die Asche eines Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Menschen, die sich für eine solche Form der Beisetzung interessieren, müssen sich also grundsätzlich für eine Einäscherung entscheiden. www.friedwald.de

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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