Seniorennachmittag beim Kreisfeuerwehrverbandstag mit über 250 Besuchern

Männer der ersten Stunde

Wilhelm Guthardt

Naumburg. „Vergesst mir die Alten nicht.“ Diese volkstümliche Aufforderung ist bei den Freiwilligen Feuerwehren des Wolfhager Landes mit 5000 Mitgliedern und 1000 aktiven Einsatzkräften nicht nötig. Denn einmal im Jahr findet ein gemeinsames Seniorentreffen statt. Anfangs hätten diese Treffen aus Platzgründen in den örtlichen Hallen oder Dorfgemeinschaftshäuser mit begrenzter Teilnehmerzahl aus den einzelnen Wehren stattgefunden, so Lothar Grebe (Oberelsungen), Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Wolfhager Landes.

Seit aber die Kreisfeuerwehrverbandstage vor zehn Jahren in ein großes Festzelt verlegt wurden, gab es einen Boom bei den Besucherzahlen. So auch bei der diesjährigen Veranstaltung für die Senioren beim Kreisfeuerwehrverbandstag in Naumburg, wobei das Treffen hier aber im Haus des Gastes über die Bühne ging. Inzwischen zum 60. Mal.

Über 250 ehemalige Wehrleute waren gekommen. Sie wurden vom Naumburger Bürgergesangverein akustisch sowie von der Juniortanzgarde der Karnevalsgesellschaft optisch unterhalten. Im Mittelpunkt des Treffens der Männer der ersten Stunde stand aber die Wiedersehensfreude mit alten Kameraden und das Gespräch.

Für Karl Hartung aus Oberelsungen ist die Teilnahme ein Muss. Der heute 78-jährige wurde unmittelbar nach dem Krieg mit 17 Jahren ein Feuerwehrmann. Obwohl man dies erst mit 18 Jahren werden durfte. „Es gab damals noch keine Jugendwehr. Viele Männer des Ortes waren im Krieg gefallen oder noch in Gefangenschaft, also mussten wir Jungen ran.“

So erging es auch Willi Reitze (83) aus Balhorn, wo in 2013 der Feuerwehrverbandstag stattfindet. Der ehemalige Balhorner Ortsvorsteher: „Bei uns im Ort gab es 1946, da war ich 17, aufgrund des Männermangels eine Pflichtfeuerwehr. In der auch wir Jungen unseren Mann stehen mussten.“

Für den Breunaer Wilhelm Guthardt (79) war es eine Selbstverständlichkeit, sich 1947 als 18-jähriger bei der Wiedergründung der Ortswehr freiwillig für das Gemeinwohl zu engagieren.

Wie ebenfalls für Kurt Oppermann (85) aus Dörnberg. Schon bevor er Soldat werden musste war er zwei Jahre in der örtlichen Wehr aktiv. Als Oppermann 1945 aus der Gefangenschaft kam, wurde er vom damaligen Bürgermeister Jungermann angesprochen, die Wehr wieder mitzugründen. Was er auch sofort tat. Der Dörnberger engagierte sich aber nicht nur in der Heimatwehr, sondern bis 1985 auch als stellvertretender Kreisbrandinspektor, Kreisbrandmeister sowie zweiter Vorsitzender des Wolfhager Kreisverbandes.

(zih)

Quelle: HNA

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