Kaum Bewerber – Umschulungsprogramm soll helfen

Männliche Erzieher sind im Altkreis rar

AltKreis Wolfhagen. Männliche Erzieher sind in den Kindergärten des Altkreises rar. Von 20 Einrichtungen gibt es nur eine, die einen Mann beschäftigt, der Kindergarten Breuna. „Kinder brauchen beim Aufwachsen auch männliche Vorbilder“, fordert Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin des hessischen Familienministeriums. Und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder will mit einem Umschulungsprogramm mehr Männer für den Erzieher-Beruf gewinnen.

„Das liegt nicht an uns, sondern daran, dass Bewerbungen von Männern ganz selten sind“, betont Kai Liebig von der Stadt Wolfhagen. Vermutlich aus Mangel an Vollzeitstellen. Von 45 Mitarbeiterinnen in Wolfhagen und den Stadtteilen arbeiteten nur drei ganztags. „Da orientieren sich ausgebildete Erzieher lieber um, qualifizieren sich weiter und arbeiten eher in Heimeinrichtungen als im Kindergarten.“ Dabei sei es für die Kinder nur förderlich, wenn sie auch von Männern betreut würden. Sehr gute Erfahrungen habe man nämlich vor kurzem mit einem Berufspraktikanten im Kindergarten Landgrafenstraße gemacht.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich kein einziger Mann bei uns beworben“, so Thomas Fingerling von der Naumburger Stadtverwaltung. Schade, denn wenn mal ein Praktikant im Kindergarten arbeite, seien vor allem die Jungs hellauf begeistert.

Auch in Habichtswald und Bad Emstal wartet man vergeblich auf männliche Bewerber. An der Bezahlung könne es nicht liegen, meint Kai Liebig. Er sieht eher eine Hemmschwelle in dem Klischee, dass die Arbeit im Kindergarten eher für Frauen geeignet sei.

Nach dem Kindergarten bleibt die Welt für den Nachwuchs auch in der Grundschule fast männerlos. In Wolfhagen, Balhorn und Zierenberg arbeitet jeweils nur ein Mann im Schuldienst. Hinzu kommen noch zwei Pfarrer, die in Wolfhagen und Balhorn Religion unterrichten. SEITE 2

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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