Silvia Pahl und Klaus Wilmanns vom Theater 3 Hasen oben gastierten in Rumänien

Märchen in den Karpaten

Gespräch mit dem Publikum: Im Theater in Brasov sind die Immichenhainer Schauspieler Anfang April mit ihrem Stück Schneewittchen vor mehr als 300 Kindern aufgetreten. Foto:  Privat

Immichenhain. Vor vier Jahren schauspielerten sich Silvia Pahl und Klaus Wilmanns in die Herzen ihrer Zuschauer in Osteuropa. Auch in den Herzen der Akteure hallte der Applaus nach. Kürzlich besuchte das Theater 3 Hasen oben aus Immichenhain die Stadt Brasov – auf deutsch: Kronstadt – in Rumänien und spielte dort vor Schulkindern.

„Klaus war gleich begeistert und freute sich auf das Abenteuer, ich war skeptisch“, erzählt Silvia Pahl. Sie fragte sich, ob sich eine so weite Reise lohnen würde. „Finanziell sicher nicht, aber man hat uns soviel Herzlichkeit entgegen gebracht“, sagt Wilmanns. Eingeladen worden waren sie vom Deutschen Kulturinstitut.

„Nachdem in München die Blinkanlage kaputt ging, war ich mir sicher – jetzt passiert nichts mehr“

Silvia Pahl

Die fünfwöchige Reise teilte sich das Paar in Etappen auf: „Nachdem in München die Blinkanlage kaputt ging, war ich mir sicher – jetzt passiert nichts mehr“, sagt Pahl. Und tatsächlich: Der Rest der Reise verlief trotz buckeliger Pisten, „die man höchstens mit 60 befahren konnte“, glatt. In Brasov wurden beide warmherzig empfangen.

Die Sorge, ob überhaupt genügend Kinder zum Auftritt kommen würden, verflog schnell. Auch Bedenken, ob die Kinder den Text verstehen würden, zerstreuten die Gastgeber. Mehr als 300 junge Gäste drängten ins Theater, darunter viele Schüler einer deutschen Schule. „Wir waren so aufgeregt wie selten zuvor“, erinnern sich die Schauspieler an die Minuten vor dem Auftritt. „Die rumänischen Kinder waren lebhaft. Und als wir ins Publikum gingen, haben sie uns angefasst – das war berührend“, erzählt Wilmanns.

Überrascht wurden die Schauspieler auch von vielen netten Briefen und Zeichnungen, die ihnen die Kinder bei einem Besuch tags darauf in der Schule überreichten. „Dabei merkte man, dass die Kinder eher traditionelle Spielweisen kennen – unsere aber genauso spannend fanden“, sagt Pahl. So verwunderte es viele, wie zwei Menschen in elf Rollen schlüpfen können.

„Merkwürdige“ Erlebnisse

„Der Umgang der Kinder mit Sprache war wiederum für uns spannend“, erzählt Wilmanns. Das Wort „merkwürdig“ benutzten die rumänischen Kinder nämlich im echten Wortsinne. Denn in ihren Briefen beschrieben sie damit Dinge, die sie sich sicher merken würden. Ein anderes Kind fand es merkwürdig, dass Pahl sich auf der Bühne geschminkt hatte: „Ich kenne nur Frauen, die sich vorher fertig machen“, schrieb es.

Für die beiden war es am Ende keine Dienstreise, sondern eine Bildungs- und Erkenntnisreise. Kaum zuhause, planen die Hasen ihren nächsten Auftritt im Ausland. Diesmal geht es zu einem Kindertheater-Festival nach Washington Anfang November.

„Es ist ein Glücksfall und bedeutet Renommee, nach über 20 Jahren auf der Bühne in die Staaten eingeladen zu sein.“ Silvia Pahl und Klaus Wilmanns waren noch nie in den USA: „Wir reisen gerne mit einem Grund“, sagen beide. Den haben sie jetzt.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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