Breitenbacher Künstler Albert Schindehütte zeigt seine Werke im Reutern-Haus noch bis Weihnachten

Märchenerzähler mit Zeichenstift

Vor seinem Werk: Albert Schindehütte, kurz Ali genannt, hat mit seiner Kunst auch die Schauenburger Märchenwache eingerichtet. Foto: Rose

Willingshausen. Holzschnitte, Zeichnungen, Radierungen, Mappen und Bücher aus der Schauenburger Märchenwache sind in den kommenden Wochen in der Willingshäuser Kunsthalle zu sehen: Der Breitenbacher Künstler Albert Schindehütte stellt seine Werke im Reutern-Haus aus. Am Samstag war Ausstellungseröffnung, organisiert vom Verein Malerstübchen.

Viele Gäste waren gekommen, um den Zeichner und dessen Arbeiten zu sehen. Die Stühle reichten bei Weitem nicht aus. Etwa 150 Menschen drängten sich bis ins Treppenhaus. Die Laudatio hielt der Schindehütte-Kenner und Freund Prof. Dr. Bernd Küster, Leiter der Museumslandschaft Hessen-Kassel. Gewidmet war sein Vortrag dem kürzlich verstorbenen Baron von Schwertzell, Vorstandsmitglied im Malerstübchen.

Albert Schindehüttes Kreativität entspringe aus dem Geiste der deutschen Romantik. Geprägt habe diese Ludwig Emil Grimm um 1820. „Schindehütte ist ein Fabulierer, ein Märchenerzähler mit dem Zeichenstift“, sagte Küster. Immer habe er dabei das solide Vertrauen in sein Talent gehabt. „Ohne je einer Mode oder einem Stil zu folgen“, führte der Laudator weiter aus.

„Ein großer Poet, ein Virtuose und Fantast“,

Dr. Bernd Küster, Leiter Museumslandschaft Hessen-Kassel

Schon als junger Mann sei Schindehütte „ein manisch besessener Zeichner“ gewesen. Das Unernste und Satirische habe er vereint, seine Passion im Aufbau einer Werkstatt in Berlin gefunden. Die Verbindung zur romantischen Literatur habe ihm, genau wie seinem geistigen Vorfahren Grimm, stets am Herzen gelegen.

Grimm, der sich selbst als Historienmaler bezeichnete, so Küster, sei mit seinen liebevollen Genrezeichnungen auch ein Pionier des Realismus gewesen. Schindehüttes Werke dürften gleichwohl als Hommage an die romantische Kunst gelten.

Bei seinen vornehmlich in schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungen habe Schindehütte wenige Ausflüge ins Farbige unternommen: „Und damit eine innere Verbindung zum frühen 19. Jahrhundert geschaffen“, erklärte Küster. Die anmutigen Kinderbildnisse Grimms habe Schindehütte mit zeitgemäßen künstlerischen Mitteln neu belebt. Ihm eigen sei das dichterische Wort mit liebevollen ironischen Bildern zu verbinden. „Albert Schindehütte ist ein großer Poet, ein Virtuose und Fantast in seinen Formulierungen“, schloss der Laudator.

Den gelungenen Auftakt der Kunstschau genossen die Gäste in vollen Zügen: Bei Sekt und Häppchen, gereicht von den Landfrauen, flanierte das Publikum in lockerer Atmosphäre durch die Kunsthalle und plauderte mit dem Künstler, Freunden und Bekannten. Bis kurz vor Weihnachten sind die Werke noch zu sehen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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