Kirmesausstellung zu Wolfgang Zeller eröffnet

Maler und Mensch im Mittelpunkt

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Teil des Kirmesauschusses: Die Mitglieder freuten sich über die gelungene Ausstellungseröffnung am Donnerstag.

Ziegenhain. Bilder, Fotos, Zeichnungen, Briefe und Urkunden sind eindringliche Zeugnisse aus dem Leben des Malers Wolfgang Zeller: Zu sehen sind sie ab sofort und noch bis zum 23. Juni im Museum der Schwalm in Ziegenhain.

Die Themenausstellung rund um den bedeutenden Vertreter der Willingshäuser Malerkolonie wurde anlässlich der Salatkirmes konzipiert: Am Donnerstag war Eröffnung. Zusammen gestellt haben die Exponate Museumsleiter Konrad Nachtwey, Dennis Möller und Hennig Heinemeier.

Die „kleine, aber feine“ Ausstellung konnte komplett aus dem eigenen Fundus des Museums realisiert werden. „Nichts wurde ausgeliehen, nichts restauriert – sie sehen Originale, inklusive Schäden“, erläuterte Nachtwey. Zeller habe die gesamte Malereistrecke in Willingshausen miterlebt, zuletzt lebte der Maler, der viele Jahre am Chiemsee verbrachte, sogar in der Schwalm. Die Ausstellung wolle nicht nur den Maler Wolfgang Zeller zeigen, sondern vor allem auch den Menschen. „Er war ein Mann, der in jeglicher Hinsicht nicht den Zwängen der Zeit unterworfen war“, sagte Nachtwey. 1909 heiratete Zeller eine reiche Amerikanerin: „Er war nicht darauf angewiesen, Bilder zu verkaufen.“ Kunstkenner Hans Prinz erzählte, dass Martlies Dörr aus Willingshausen, die Zeller bis zum Tode pflegte, im Testament bedacht worden war. Auch die Gemeinde sei ursprünglich bedacht gewesen: „Aber Zeller ärgerte sich so sehr über die Gebietsreform, dass er sein Testament nochmal änderte.“ Vincent Burek sei es zu verdanken, dass die Schwalm heute über diesen großen Fundus verfüge.

Zeller sei ein großer Könner gewesen, verdeutlichte Nachtwey: Öl auf Pappe, Leinwand und Holz habe er beherrscht, ebenso Aquarell auf Pappe sowie die Technik des Radierens. Voraus gingen Skizzen, häufig Fotografien. „Zeller arbeitete impressionistisch und naturalistisch“, erklärte der Museumsleiter. „Langeweile kam bei ihm nicht auf.“ Den tiefsten Einblick in Zellers private Gedankenwelt liefere wohl der umfangreich erhaltene Briefwechsel mit seinem ehemaligen Lehrer und Freund Prof. Carl Noah Bantzer und dessen Frau Helene. Zeller starb 1973 mit 93 Jahren.

Quelle: HNA

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