Maciek Rajca (30) ist Künstlerstipendiat in Willingshausen – Ausstellung im November

Malerei hat viel zu sagen

Noch sind einige Leinwände leer: Der Kölner Künstler arbeitet derzeit fleißig im Atelier des Reuternhauses. Foto: Rose

Willingshausen. Maciek Rajca hat sich in Willingshausen eingerichtet. Der 30-jährige Künstler aus Köln ist der neue Künstlerstipendiat und wird noch bis Ende November in der Schwalm leben und arbeiten. Nachdem sich die vorherigen Stipendiaten häufig neuer Medien bedient haben, steht für Maciek Rajca eine traditionelle Technik im Vordergrund – er ist Maler. Und findet das überhaupt nicht altmodisch: „Mich hat schon immer die Physis eines Bildes fasziniert“, sagt er. „Man ist ja nicht automatisch aktueller, nur weil man mit aktuellen Medien arbeitet.“

Die Physis, also die natürliche Beschaffenheit Willingshausens, hat Rajca bereits kennen gelernt. Dass man im kleinen Supermarkt schnell mit Menschen ins Gespräch kommt, findet er gut. „Die Menschen hier sind offen“, sagt der 30-Jährige. Auch durch Hund Vince, den der Künstler erst kürzlich aus dem Tierheim holte, habe er schon Kontakte knüpfen können. „Anonymität gibt es im Dorf nicht“, erklärt der Kölner. Er falle schon auf, wenn er in seinen beklecksten Malklamotten durch den Ort gehe. Sein Mittelpunkt ist im Moment das Atelier im Reuternhaus. „Im Hirtenhaus stoße ich mir oft den Kopf.“

Die Willingshäuser wird Maciek Rajca nicht in seine Werke einbeziehen. „Beeinflusst wird man von dem Ort schon, aber ich werde keine Menschen illustrieren“, erläutert er. Diese Art der Darstellung möge er nicht. „Ich male Bilder so wie früher, aber mit der Bildsprache von heute.“ Die Handschrift einer Illustration habe für ihn schlicht nichts mit Kunst zu tun. Deshalb sucht Rajca seine Motive auch nicht: „Ich erzwinge nichts – es sind die Dinge, die sich mir aufdrängen“, erklärt der 30-Jährige. Er finde Motive in allem, was ihn umgebe. Dabei habe das Malen mit Arbeit zu tun: „Um die Formen abzubilden, die man bewahren muss.“

Fasziniert von Strukturen

Was er in Willingshausen manchmal vermisse, seien die Impulse: „Auch hier ist das Leben komplett vorhanden, aber der Lärm ist etwa ein anderer als beispielsweise in Köln“, sagt Rajca. Dass die Malerei sein Metier ist, das sei ihm früh klar gewesen. „Auch im Studium bin ich damit konfrontiert worden, das zu ändern.“ Die Malerei habe viel zu sagen. „Und einer muss es tun.“ Gern untersuche er dabei die Materialität. Er arbeite mit Öl, Kreide, Lack, Kohle – „mit allem, was da ist.“ Vorbilder habe er nicht. Das halte er generell für den falschen Weg. Vielmehr faszinierten ihn Strukturen, etwa die von Monet. „Wenn ich Vorbilder hätte, würde ich mein Selbstverständnis aufgeben“, sagt Rajca. Er finde es wichtig, als Künstler authentisch zu sein. Sich nicht zu weit von sich selbst zu entfernen. „Damit fängt es an“, sagt Maciek Rajca. • Ausstellung in der Willingshäuser Kunsthalle von Freitag, 23. November, bis Donnerstag, 20. Dezember

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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