Lisa Manns bringt Farbe ins Spiel

Malermeisterin aus Falkenberg will Miss Handwerk werden

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Wollte nie etwas anderes als Maler- und Lackiererin werden: Lisa Manns aus Grifte ist Meisterin - und vielleicht auch bald die amtierende deutsche Miss H andwerk. Im Internet kann man für sie abstimmen. 

Wenn Lisa Manns ihr Gegenüber auffordert, zu raten, welchen Beruf sie denn ausübt, hat der andere schon verloren.

Denn es kommt im Traum keiner auf die Idee, dass die zierliche junge Frau täglich ihren Mann auf der Baustelle steht: Die 22-Jährige ist gelernte Maler- und Lackiermeisterin, streicht, tapeziert, verputzt, lackiert, verlegt Böden, baut Gerüste auf. „Da ist wirklich noch nie einer drauf gekommen“, sagt sie und lacht.

Ausbildung im väterlichen Betrieb

Dabei war es der erste Beruf, auf den sie selbst gekommen ist. Sie begann mit 16 Jahren eine Ausbildung im väterlichen Betrieb in Grifte, merkte schnell, wie sehr ihr das Arbeiten und Gestalten liegt – und entwickelte Ehrgeiz. 

Ihr Vater Marco (49) bestand die Meisterprüfung mit damals 22 Jahren – Lisa legte noch eine Schippe drauf und holte den Meisterbrief im vorigen Herbst. Mit 21 Jahren.

Ein solch entschlossener Berufsweg imponierte wohl auch den Veranstaltern der alljährlichen Wahl zur Miss Handwerk: Denn dort steht sie mit fünf weiteren Handwerkskolleginnen im Finale. 

Wenn Lisa Manns tatsächlich bei der Wahl am 11. März in München den Titel holt, wäre sie glücklich: „Jedes Mädchen träumt doch davon, einmal eine Misswahl zu gewinnen.“

Misswahl als Werbung

Und gewinnen will die 22-Jährige. Denn so kann sie Werbung fürs Handwerk machen und ein Zeichen gegen den Fachkräftemangel setzen. Denn den erleben Lisa und ihr Vater jeden Tag selbst:

Die Manns beschäftigen vier Angestellte im Grifter Betrieb. Früher seien es elf gewesen, sagt Marco Manns. „Aber woher soll man in Zeiten des Fachkräftemangels gute Leute nehmen?“

Vielleicht gab dieser Gedanke den Ausschlag, Ja zu sagen, als ihr Lebensgefährte Kevin Kurzrock aus Falkenberg ihr vorschlug, an der Misswahl teilzunehmen. 

Erst lehnte sie dankend ab, dann sah sie die Chance: „Vielleicht kann ich auf diese Art zeigen, wie cool die Leute im Handwerk sind. Es wäre toll, wenn ich junge Leute motivieren könnte, eine Ausbildung zu beginnen.“

Großvater gründete Malerbetrieb

Sie selbst kann sich kein anderes Leben vorstellen als eines in der weißen Malerkluft, aus deren Tasche Zollstock, Spachtel, Bleistift und Cuttermesser ragen. Zusammen mit ihrem Vater Marco wuppt sie die Aufträge, die beim Malerbetrieb Manns eingehen. 

„Ich habe zwar den Meistertitel, muss aber noch viel lernen“, gibt sie offen zu. „Sie hat viel Wissen, was ihr noch fehlt, ist die Erfahrung“, sagt der 49-Jährige. 

Die hat er von Kindesbeinen an gesammelt, denn sein Vater Dieter Manns hatte den Malerbetrieb in Grifte 1967 gegründet. Lisa Manns ist damit die dritte Generation, die den Auftraggebern Farbe ins Leben bringt. 

Die Tradition spielt für sie eine große Rolle: Ich will die Familienwerte weiter führen“, sagt sie. „Es hat sich bewährt, was Papa von Opa mitgenommen und gelernt hat.“ Das Handwerk begleitet sie ihr ganzes Leben. Auch ihren Freund hat sie nicht etwa in einer Disco, sondern auf eine Baustelle kennengelernt: Kevin Kurzrock ist Zimmerer.

Stolz auf ihren Beruf - auch in der Freizeit

Den Stolz auf ihren Beruf lebt sie auch in ihrer Freizeit. Oft zieht sie extra die Arbeitshose an, wenn sie in den Baumarkt oder ins Möbelhaus fährt. Dann erntet die junge Frau meist erstaunte Blicke. Denn trotz Zollstock, Spachtel, Bleistift und Cuttermesser würden wohl nur die wenigsten raten, welchen Beruf Lisa Manns wohl ausübt.

Quelle: HNA

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