Kosten: 16.500 Euro

In Malsfeld könnte der Bahnhof verlegt werden

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So sieht er aus: Der Bahnhof Malsfeld ist über 100 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Die Gemeinde lässt nun prüfen, ob neue Bahnsteiganlagen in der Ortsmitte gebaut werden könnten. Der jetzige Bahnhof würde dann geschlossen.

Malsfeld. Das Malsfelder Parlament will wissen, ob der Bahnhof vom Ortsrand in die Ortsmitte verlegt werden kann: Die Gemeinde gibt eine Studie in Auftrag, die diese Idee auf ihre Umsetzung hin überprüfen soll. Deren Kosten: 16.500 Euro.

Hintergrund ist die Absicht von Bund und Bahn, den über 100 Jahre alten Malsfelder Bahnhof in drei Jahren für über zwei Millionen Euro zu sanieren. Das Geld würde allein in Verschönerungsarbeiten am Bahnsteig fließen. Die alte, feucht-finstere und nicht barrierefreie Unterführung aber wäre davon nicht betroffen.

„Ein Schildbürgerstreich“ 

Lothar Kothe von der GL bezeichnete das als Schildbürgerstreich: Den Bahnsteig zu sanieren, ihn aber gleichzeitig für Menschen mit Behinderungen unerreichbar zu machen, sei unfassbar. Die Idee, neue Zustiegsmöglichkeiten im Ort zu bauen, statt die alten am Ortsrand zu sanieren, habe Charme. Die GL stimmte der Auftragsvergabe zu, allerdings unter Vorbehalt: Die stelle noch lange keinen Freibrief zum Bau aus.

Auch die SPD sehe die Idee als Chance, die sich so schnell nicht mehr bieten werde, sagte Erdmute Schirmer. Es sei seltsam, dass die Bahn 2,2 Millionen Euro investieren wolle, aber die Unterführung als größten Schandfleck nicht berücksichtige. Die sei nicht nur hässlich, sondern auch für Reisende mit Rollatoren, Koffern und Kinderwagen eine kaum zu bewältigende Hürde.

Allein die CDU sieht keinen Sinn im Projekt: Das sei an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt vorbei geplant und damit nicht zu verantworten, sagte Sprecher Klaus Rehs. Der Beschluss, die Idee weiter zu verfolgen und prüfen zu lassen, was machbar ist, erfolgte mit den Stimmen von SPD und GL. Der Auftrag wird demnächst vergeben, die Ergebnisse sollen im kommenden Frühjahr vorliegen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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