Glasfaser bis ins Haus: Malsfelder CDU regt Studie für schnelleres Internet an

Bunte Röhren: Derzeit werden Glasfaserkabel verlegt für den flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets im ländlichen Raum.

Malsfeld. Ab 2017 sollen die Malsfelder Orte Sipperhausen und Mosheim mit Glasfaser ausgestattet werden. 2018 ist Beiseförth an der Reihe.

Das Netz verspricht eine Bandbreite von bis zu 50 Mbit/s. Doch das ist der Malsfelder CDU zu wenig. Sie hat einen Antrag an die Gemeinde gestellt, der im Haupt und Finanzausschuss beraten wurde. Nun soll geprüft werden, ob die Verlegung des Breitbandes bis in die Haushalte technisch möglich ist und was das kosten würde.

Das Problem bei dem momentanen Verfahren sei der „so genannte“ letzte Kilometer. Beim Netzausbau, der Breitband Nordhessen, wie er derzeit umgesetzt wird, verläuft der Anschluss für die Verbindung ins Haus von den Verteilerkästen über das kupferne Telefonkabel.

Klaus Rehs

Je weiter die Wohnung von den Verteilerkasten entfernt sei, desto weniger Leistung komme in den Haushalten an, sagt Rehs. Daher sei es sinnvoll, das Glasfaser direkt bis ins Haus zu legen. Knackpunkt: Die Kosten sind hoch.

Rehs glaubt, dass Glasfaser schnell und kostengünstig verlegt werden könnte, wenn man das Trenching benutzt. Über eine spezielle Frästechnik könne das Glasfaserkabel mit geringem Aufwand in den Straßen verlegt werden. Daher könne eine Verkabelung ins Haus kostengünstiger sein, als beim kostspieligen Tiefbau.

„In Zukunft wird immer mehr Bandbreite benötigt“, sagt Rehs. Glasfaser direkt ins Haus sei die beste Lösung und zukunftsgerecht. Rehs denkt dabei etwa an die zunehmende Arbeit im Home Office. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei dies immer wichtiger.

Stabile Leitungen

„Dafür benötigt man aber stabile Leitungen und mehr Bandbreite“, sagt er. Weiter führte er an, dass ein gutes Netz auch für Ältere immer mehr an Bedeutung gewinne.

Es gebe künftig etwa mehr gesundheitliche Beratungen im Netz, er hörte vom Arztbesuch via Internet.

Und: Innovative Unternehmen benötigten sichere Datenleitungen. All dies seien wichtige Standortfaktoren. Nun soll die Gemeinde Malsfeld prüfen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist. Die Planungskosten würden zu 100 Prozent gefördert, sagte Bürgermeister Herbert Vaupel.

Hintergrund: Rund 2000 Euro Kosten pro Haus

Die Situation in Malsfeld ist sehr unterschiedlich, sagte Eckart Liebelt von der Netcom in Kassel. Ein Ausbau könne auf verschiedene Weisen erfolgen, allein das Trenching sei keine Lösung. Das müsse individuell auf den Ort abgestimmt werden. Generell sei der Ausbau des Glasfasers bis ins Haus das beste, was es gibt.

Die Bandbreiten könnten künftig damit beliebig erweitert werden. Liebelt schätzt die Kosten für einen einzelnen Haushalt grob auf etwa 2000 Euro. Für viele sei der jetzige Ausbau des Netzes durch die Breitband Nordhessen schon ein echter Erfolg. Bis zu 50 Mbit/s werden angepeilt, das sei für viele eine Verbesserung zur jetzigen Situation. Aber auch er glaubt, dass künftig noch größere Datenvolumen benötigt würden.

Quelle: HNA

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