Malsfelder Parlament verabschiedet Haushalt: Fast 10 Millionen Euro Schulden

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Standortvorteil: Der Containerbahnhof in Malsfeld (links) ist wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Malsfeld. Das Malsfelder Parlament beschäftigte sich in seiner Sitzung am Donnerstag mit einem einzigen Thema: dem Sparen. Grund war die Debatte um den Haushalt des laufenden Jahres und dessen Sicherungskonzept.

Da noch nicht alle Fehlbeträge aus den Vorjahren ausgeglichen sind, ist die Gemeinde gesetzlich verpflichtet, ein solches Konzept aufzustellen.

Doch während sich alle beim Haushalt einig waren und das ausgeglichene Zahlenwerk einstimmig durchwinkten, hatte jede Fraktion eine andere Antwort auf die drängende Frage, wie man richtig spart. Allein die SPD gab dem Sicherungskonzept ihr Okay, FDP und zwei Vertreter der GL stimmten dagegen, die restlichen Mitglieder der GL und die CDU enthielten sich.

„Sie wollen ja nur keine Verantwortung für unpopuläre Entscheidungen übernehmen“, warf Heinz Schneider (SPD) der GL vor. Deren Vertreter Winfried Hucke hatte moniert, das der Gemeinde ein „ernsthafter Wille beim Sparen fehle.“ Fast den selben Satz hatte zuvor Ralf-Urs Giesen (FDP) formuliert: „Es fehlt mir der deutliche Sparwille.“

Dass Malsfeld sparen muss, steht außer Frage: Der Haushalt schließt zwar mit einem Überschuss von 10 000 Euro und damit ausgeglichen ab, lässt aber auch keinen einzigen großen Sprung zu. Sorge macht den Parlamentariern vor allem der Schuldenstand: Der wird am Jahresende voraussichtlich bei 9,5 Millionen Euro liegen.

Ein großer Kostenfaktor seien die Kindergärten, deren Betrieb mit 600 000 Euro bezuschusst werden müsse, sagte Erdmute Schirmer (SPD): Doch sei eine gute Kinderbetreuung kein Luxus, sondern eine Investition in die Zukunft. Ihre Überlegung, künftig eine Straßenbeitragssatzung zu erheben, um die Kasse zu füllen, kam nicht überall gut an. Die Bürger seien nicht unbegrenzt belastbar, sagte Lothar Kothe (GL). Es gebe aber kaum mehr Spielraum, konterte Heinz Schneider und verwies auf sinkende Einwohnerzahlen. Nur Klaus Rehs (CDU) sah nicht allzu schwarz für Malsfeld: Die Gemeinde habe viele Standortvorteile und so gute Voraussetzungen, bei den immer härteren Verteilungskämpfen nicht zu den Verlierern zu gehören.

Quelle: HNA

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