Malsfelder Storch ist zurück - allerdings ohne seine Gattin

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Allein im Horst: Der Malsfelder Storch ist allein zurück, seine Partnerin aus den Vorjahren ist bisher noch nicht wieder eingetroffen.

Malsfeld. Der Malsfelder Storch ist wieder zurück. Mitten im Malsfelder Naturschutzgebiet hat er sich im Horst gegenüber der Aussichtsplattform niedergelassen, wie schon die Jahre zuvor.

Bisher ist aber nur das Männchen zurückgekehrt. Das Weibchen lässt noch auf sich warten. Hans-Dieter Brassel, der Beauftragte für Vogelschutz glaubt allerdings nicht, dass die Störchin noch den Weg nach Malsfeld findet.

„Das Weibchen hätte schon längst eintreffen müssen“, sagt Brassel. Der Storchenmann ist bereits seit zwei Wochen wieder in Malsfeld.

Brassel glaubt, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das bereits in den vorigen Jahren, zusammen mit seinem Weibchen dort genistet hat. Er schließt dies aus dem Verhalten und dem Gefieder des Tieres. Da der Storch nicht beringt ist, könne er dies jedoch nicht mit endgültiger Sicherheit sagen. Dafür spreche aber, dass Störche sich meist einen festen Nistplatz suchten und regelmäßig zu diesem zurückkehrten. Beständig seien die Tiere auch in der Partnerschaft. „Hat sich ein Storchenpaar gefunden, bleibt es über Jahre zusammen“, sagt Brassel.

Ist beinahe täglich im Naturschutzgebiet unterwegs: Hans-Dieter Brassel vor der Aussichtsplattform, von der aus man den Storchenhorst im Blick hat.

Paar nistete seit zwei Jahren

Bereits vor zwei Jahren brüteten die beiden Störche auf dem Malsfelder Storchenhorst. Die Tiere hätten im ersten Jahr aber kein stabiles Nest gebaut, weshalb die Eier in den kalten Nachttemperaturen im Mai verkühlten. Letztes Jahr hat es dann aber mit dem Nachwuchs geklappt. Das Paar zog zwei Junge groß.

Was mit der Storchenmutter passiert ist, kann Brassel nicht sagen. Er vermutet, dass das Tier verunglückt ist.

Störche zögen gemeinsam in einem Schwarm im Winter in den Süden und blieben daher meist zusammen. Es komme trotzdem ab und an vor, dass ein Paar während ihrer Reise getrennt würde.

Dann würden die Störche ihren Partner suchen und bis zu drei Wochen später am Nistplatz eintreffen. Allzuweit könne die Winterreise der Störche aber nicht gewesen sein, sagt Brassel.

Die Beine des zurückgekehrten Storches seien kaum verfärbt gewesen. Dies sei ein Zeichen dafür, dass das Tier im vergleichsweise kühlen Spanien überwintert habe.

Überwinterten Störche im wärmeren Nordafrika, schützten sie ihre Beine mit den eigenen Ausscheidungen vor der Hitze. Dadurch verfärbten sich diese.

Riesiger Schwarm

Seit sieben Jahren gibt es Störche in Malsfeld und Umgebung. „Damals rastete vor Röhrenfurt ein riesiger Schwarm, seitdem hatten wir jedes Jahr ein Storchenpaar in Malsfeld.“

Neben Störchen beheimatet das Malsfelder Naturschutzgebiet zahlreiche weitere Tier- und Vogelarten, darunter Nachtigallen, Gänsesäger und Zwergtaucher. Als Vogelschutzbeauftragter kontrolliert Brassel die Nistkästen und erfasst die heimische Artenvielfalt. Außerdem kümmert er sich um die Pflanzen.

Quelle: HNA

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