Der Circus Oskani und die Schule an den Türmen proben für den großen Auftritt

Manege voller Schüler

Hinter dem Vorhang: Marcel Maring (oben) und Levin Bock freuen sich auf die Vorstellung. Fotos: Dellit

Fritzlar. Es herrscht Trubel im Circuszelt, das auf dem Fritzlarer Pferdemarktplatz aufgeschlagen ist. In der Manege wird am Trapez geprobt, am Rand wird eine Clownsnummer einstudiert, und im Hintergrund sitzt Circuschef Oskar Richter und sieht dem bunten Treiben zu.

Doch es ist kein gewöhnlicher Circus, der seine Vorstellung plant. Die Artisten sind Kinder, allesamt Schüler der Fritzlarer Grundschule an den Türmen. Gemeinsam mit dem Circus Oskani, der in Borken-Dillich ansässig ist, wurde das zweiwöchige Programm organisiert. Die Schule feiert damit zugleich ihr 40-jähriges Bestehen.

„Das ist sehr lustig“, erzählt der zehnjährige Leon Esefeld, der sich entschieden hat, für ein paar Tage Clown zu sein. Gemeinsam mit Raimond Oskani übt er einen Sketch ein, in dem es um Stroh und um eine Wette geht. „Wir haben bei den Augusten echte Talente dabei“, sagt Circusdirektor Richter. Auguste sind die Clowns im Circus, der Name stammt vom „Dummen August“.

Für Leon zählt vor allem der Spaß an der Sache. Er ist etwas aufgeregt und voller Vorfreude, wenn er an die Vorstellung denkt. Ähnlich geht es Levin Bock, der ebenfalls als Clown in die Manege kommt. Als Berufswunsch kommt Spaßmacher für die beiden Jungs allerdings nicht in Frage. Leon zum Beispiel will viel lieber Kfz-Mechaniker werden.

Für Leynilou Richter hingegen ist das große Zelt die Heimat. Das fünfjährige Circusmädchen zeigte den älteren Schülern gerne, wie die Tricks auf dem Trapez funktionieren.

Die Kinder hängen kopfüber herab und werden immer höher unter die Circuskuppel gezogen. Das Seil ruckte, wenn das Trapez in die Höhe geht. Das ist Absicht, erläutert Oskar Richter. Durch den Ruck wissen die Kinder genau, dass sie fest zufassen müssen.

Lilly kennt Trapez

Lilly Schwering hat schon mal einen Kurs im Fritzlarer Scala-Varieté besucht und kennt sich mit dem Trapez schon aus. So hat sie auch keine Angst in der Höhe, erzählt sie. Ganz oben war sie noch nicht, aber das kann ja noch kommen. Jeden Tag, sagt Direktor Richter, geht es ein Stückchen höher am Trapez.

Für die Schule ist der organisatorische Aufwand hoch. Eltern sorgen dafür, dass die Kinder sicher vom und zum Festplatz gelangen. Gespannt sind alle, Eltern, Lehrer und vor allem Kinder, wie die Vorstellungen laufen werden.

Die erste war für gestern geplant. Eine weitere findet am heutigen Samstag ab 11 Uhr statt. Es gibt noch Restkarten.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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