Neuerlicher Beschluss des Bebauungsplans notwendig

Wieragrund: Mangel soll geheilt werden – Grüne in Sorge vor Baustopp

BU: Die Bagger rollen: Das Baufeld im Wieragrund ist in den zurückliegenden Wochen vollflächig begradigt und verdichtet worden. Unser Foto entstand gestern am oberen Rand der großen Stützmauer und zeigt zahlreiche quadratische Vertiefungen, die sich, aus der Perspektive nicht sichtbar, teilweise mit Wasser gefüllt haben.  Foto: Quehl/bearbeitet

Treysa. Einmal mehr wird der Bau des Einkaufszentrums im Wieragrund das Stadtparlament beschäftigen. In der nächsten Sitzung gilt es nach Angaben von Bürgermeister Dr. Gerald Näser, eine „Formalie zu heilen“.

Konkret sollen die Stadtverordneten den Bebauungsplan 46 Sondergebiet (SO) Einkaufszentrum in einer aktualisierten Fassung erneut als Satzung beschließen. Zum Hintergrund erläuterte Näser im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Anwalt der Kläger, Dr. Hoppe (Kassel), die Gestalt der Bekanntmachung vom Dezember 2013 bemängelt habe. Außerdem gebe es im Bebauungsplan keine Festsetzung der Geschossflächenzahl. In der Folge wurde die Offenlage von Ende Juli bis Ende August wiederholt, ebenso die vorgeschriebene Beteiligung von Behörden und Trägern öffentlicher Belange.

Hoppe führt im Auftrag seiner Mandanten – Anlieger der Bahnhofstraße – Widerspruch gegen die EKZ-Baugenehmigung. Der Jurist habe vorige Woche darüber hinaus alle Stadträte sowie die Fraktionsvorsitzenden angeschrieben. Näser wertet Hoppes Brief „als übliche Unruhestiftung vor einer wichtigen Sitzung“. Der Bebauungsplan werde bleiben, wie er ist, sagte Näser, er sei gültig.

Der Bürgermeister hatte wenig Freundliches über den neuerlichen Vorstoß Hoppes zu sagen: „Das ist an den Haaren herbei gezogen, es handelt sich um Verhinderungsstrategie.“ Näser sprach von fadenscheinigen Gründen, es mangele an Fairplay und dem Wunsch sich auszutauschen. Hoppe habe über Monate Gesprächstermine platzen lassen.

In der Stadtverordnetensitzung soll auch der städtebauliche Vertrag Wieragrund geändert werden. Im Einzelnen wird dadurch:

• das Obergeschoss gestrichen (es will kein Elektrofachhändler mehr einziehen)

• die Zahl der neuen Pkw-Stellplätze verringert auf rund 250, teils ebenerdig, teils auf dem Dach

• der Aufzugsturm zur Kann-Lösung, er muss von der Stadt nicht gebaut werden (er würde mindestens 470 000 Euro kosten und hohe Betriebskosten nach sich ziehen).

Zu den Themen gibt es auch eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Grüne für die Sitzung am nächsten Donnerstag. Darin sprechen die Grünen an, dass es wegen Verfahrensfehlern zur verwaltungsgerichtlichen Anordnung eines Baustopps im Wieragrund kommen könnte. Dies lasse die Sorge von Schadensersatzansprüchen der EKZ-Wieragrund aufkommen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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