Katrin Hänsel aus Balhorn berichtet von ihrem Freiwilligendienst in Kenia

„Es mangelt an allem“

Freiwillig helfen: Katrin Hänsel kocht für die Kinder und begleitet sie im Schulunterricht. Dabei verständigt sie sich mit ihnen meist auf Englisch und zum Teil auf Kisuaheli. Foto: Privat/nh

Wolfhagen/Ngong. Nach ihrem Abitur an der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen im vergangenen Jahr wollte Katrin Hänsel sich gesellschaftlich engagieren und ihren Horizont erweitern. Sie entschied sich für einen einjährigen Freiwilligendienst in Afrika. Nun verbringt die 20-Jährige bereits ein halbes Jahr in Kenia:

„Hier in Ngong bin ich entweder in der Küche oder im Klassenraum tätig. Wenn ich mich um das Essen kümmere oder Geschirr spüle, assistiert meine Projektpartnerin im Unterricht. Wir wechseln uns wöchentlich mit diesen Aufgaben ab. Ich merke immer mehr, wie sehr es hier an allem mangelt – an Essen, Medizin und Bildungsmaterial“, schreibt die junge Frau.

Schuluniform

Viele Kinder können nicht zur Schule gehen, weil sie neuerdings eine Schuluniform brauchen, die sich viele nicht leisten können. Das Garden of Hope (GoH) Center unterhält fünf Klassen von der „nursery class“, eine Art Kindertagesstätte, bis zur zweiten Klasse. Die Kinder erhalten hier die Chance, zur Schule zu gehen ohne etwas zahlen zu müssen. Montags bis freitags sind es etwa 80 Kinder.

Samstags kommen noch mehr Kinder aus der Umgebung und bekommen eine warme Mahlzeit – für die meisten die einzige Mahlzeit am Tag. Das Essen ist einseitig und nicht besonders vitaminreich. Eine Zeitlang gab es jeden Tag nur Ugali, was aus Maismehl und Wasser gekocht wird, sowie Kohl und gelegentlich Mais mit Bohnen. Den Kindern mangelt es nicht nur an gesunder Ernährung, sondern auch an Feuerholz, Spielzeug, Schulheften, Stiften und Kreide.

„Meine Projektpartnerin und ich haben einmal in der Woche einen Früchtetag eingeführt, an dem jedes Kind ein Stück Obst bekommt“, so Katrin Hänsel. Im GoH Center gibt es zwar eine Minirutsche, ein Klettergerüst und eine Schaukel, „aber alles ist aus Metall, sodass sich schon viele Kinder verletzt haben. Wir haben Ideen, die wir mangels Geld nicht umsetzen können: Wir würden gerne die dunklen Klassenräume hell streichen, einen Ausflug organisieren und mit den Kindern Ostern feiern“.

Das GoH Center ist ein registriertes und nicht staatliches Förderungsprogramm, das sich um die Gesundheitsfürsorge, Ernährung und Bildung benachteiligter Kinder kümmert. Das Projekt wird durch Spenden finanziert. Hensel: „Wir sehen hier, dass das Geld die bedürftigen Kinder tatsächlich erreicht.“

Spenden: Sparkasse Lüneburg, Kontonummer: 570 506 27, BLZ: 240 501 10, Verwendungsnachweis: GaHo.

Quelle: HNA

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