Vogel soll Familie belästigt haben

Erschlagen und auf Feld geworfen: Mann tötet zahmen Raben seiner Nachbarn

Trauern um ein ungewöhnliches Haustier: Martin und Corinna Andermann mit dem Bild ihres toten Raben Oskar. Foto:  bra

Lendorf. Familie Andermann aus Lendorf hat Anzeige gegen einen Nachbarn erstattet. Der Grund: Er soll ihren zahmen Raben namens Oskar erschlagen haben.

Die Polizei ermittelt nun, ob es sich um einen Verstoß gegen das Bundesartenschutzgesetz oder gegen das Tierschutzgesetz handelt, sagt Pressesprecher Markus Brettschneider.

Die junge Rabenkrähe war der Familie aus dem Borkener Stadtteil zugeflogen - und habe sich vom ersten Moment an als erstaunlich zutraulich gezeigt, sagt Martin Andermann. Oskar habe sich besonders gerne auf die Schulter gesetzt und sich Streicheleinheiten abgeholt. Da der Vogel eine auffällig große Schramme auf dem Schnabel trug, nahmen die Andermanns an, dass er als Jungvogel verletzt aufgefunden worden war, von Hand aufgepäppelt und später ausgewildert wurde.

Statt aber Kontakt zu Artgenossen aufzunehmen, suchte Oskar die Gesellschaft von Menschen. Er habe die Kinder bis zur Bushaltestelle begleitet und seine Runde übers Dorf geflogen, bevor er durchs offene Badezimmerfenster zurück ins Haus kam. Nachts schlief er auf der Duschabtrennung im Bad. Bis er am Wochenende verschwand. Dann erhielt Martin Andermann den Hinweis, dass ein Nachbar das Tier erschlagen und auf ein Feld geworfen habe. Andermann suchte - und fand den toten Raben.

Ja, er habe das Tier getötet, sagte am Dienstag der beschuldigte Nachbar gegenüber unserer Zeitung. Aber das nicht ohne Grund: Der Vogel habe mehrfach seine Frau im Garten angegriffen und sie sehr erschreckt. Zudem sei er ins Gewächshaus geflogen, habe dort Töpfe zerschmettert und habe ihn und seine Familie oft belästigt. Anfangs habe er ihn noch verscheucht, dann aber habe er genug gehabt. Er habe dem Raben einen Tritt gegeben und ihn dann getötet. „Ich konnte nicht wissen, dass ein Wildvogel jemandem gehören kann.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion