24-Jähriger wurde mit Heroin und Haschisch erwischt

Mit Drogen im Mund - vier Monate Haft

Treysa. Um eine Gefängnisstrafe kreiste die Verhandlung gegen einen 24-Jährigen aus dem Altkreis, der sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln vor dem Strafrichter am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten musste.

Laut Anklage war der Mann im Mai dieses Jahres bei einer Polizeikontrolle in Schwalmstadt mit 2,4 Gramm Heroin und 0,5 Gramm Haschisch erwischt worden.

Die Drogen soll er im Mund versteckt haben. Sichergestellt worden waren beim Angeklagten auch drei Handys, die Geldsumme von 845 Euro sowie zwei Gramm Streckmittel. Das Gericht verurteilte den einschlägig Vorbestraften zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten. Zudem trägt er die Verfahrenskosten.

Der Angeklagte gab an, nach einer Therapie aufgrund von Depressionen wieder rückfällig geworden zu sein. Das Streckmittel sei ihm als Heroin verkauft worden. Er nehme inzwischen an einem Methadonprogramm teil. Methadon sei auch nicht das Wahre, sagte er, aber momentan stelle es eine Festigung für ihn dar. Auch wolle er für sein Kind da sein, beteuerte er seine Bemühungen, von den Drogen loszukommen.

Von den drei Handys sei eines nur für Spiele, gab der Angeklagte weiter an. Ein zweites Handy sei für ihn und seine Freundin, das dritte nutze er für Gespräche mit der Familie. Das Geld sei größtenteils von seinem jüngeren Bruder gewesen. Dieser habe ihm 800 Euro für ein Auto gegeben, das er sich in Kassel habe ansehen wollen. Staatsanwalt und Richter zweifelten an der Aussage des 24-Jährigen. Es sei ihm daran gelegen, dass das Geld kein Drogengeld sei, um es wiederzukriegen.

Der Anwalt des Angeklagten beantragte die Herausgabe des Geldes und der Mobiltelefone. Er betonte, dass die polizeiliche Auswertung der Handys seines Mandanten keinerlei Hinweise auf Drogengeschäfte ergeben hätte. Das Geld habe der Bruder in einer Spielothek gewonnen. „Das Geld war von mir, das hab ich ihm geliehen“, sagte der 19-jährige Bruder des Angeklagten.

Von rund 1350 Euro, die er in einer Spielothek gewonnen habe, habe er seinem Bruder zweimal 450 Euro gegeben, „getarnt als Lohn“. Er habe seinem Bruder nicht sagen wollen, dass es sich um „Spielgeld“ handele. Zwar habe er von der Drogensucht seines Bruders gewusst, ihm aber vertraut, sagte der 19-Jährige. Auf den Vorwurf widersprüchlicher Aussagen gegenüber einem Gespräch mit einem Polizisten erklärte er: „Der hat total komisch mit mir geredet und mich verwirrt“.

Auch beteuerte er, selbst kein Drogenproblem zu haben. Ein Polizeibeamter sagte vor Gericht aus, der Angeklagte sei bei der Polizeikontrolle durch seine undeutliche Sprache aufgefallen. Die Drogen habe er widerstandslos herausgegeben. An die Geldscheine habe er keine konkrete Erinnerung mehr. In der Drogenszene sei es üblich, Geld in kleinen Scheinen gestückelt bei sich zu tragen.

Im Hinblick auf die Handyauswertung, die keine eindeutigen Beweise für Drogendelikte ergeben habe, und der nicht konkret geklärten Frage der Geldstückelung, äußerte sich der Staatsanwalt positiv gegenüber dem Antrag der Verteidigung. Der Angeklagte sei nicht wegen Drogenhandels, sondern Drogenbesitzes angeklagt.

Sowohl Staatsanwalt als auch Richter bescheinigten ihm keine positive Sozialprognose. Der Richter begründete das Urteil mit den einschlägigen Vorstrafen des 24-Jährigen. Zudem sei er in der Bewährungszeit erneut straffällig geworden. (zhk)

Quelle: HNA

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