Ein Jahr und sechs Monate Haft für Kasseler

Haft für Kasseler: Mann schmuggelte Drogen in Knast

Treysa. Ein Jahr und sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung: So lautet das Urteil des Schöffengerichts in Schwalmstadt am Dienstag gegen einen 35-jährigen Mann aus Kassel.

Der Drogenabhängige hatte Anfang 2009 versucht, Heroin und Haschisch in die Justizvollzugsanstalt Ziegenhain (JVA) zu schmuggeln. Reuemütig gestand der Angeklagte ein, dass er bei einem Besuch im Gefängnis einem dort einsitzenden Bekannten die Drogen übergeben wollte.

Auf die Frage von Richter Gerhard Glaessel, wie das Ganze denn abgelaufen sei, antwortete der Kasseler: "Ich habe mir die Drogen mit Klebeband um den Bauch gebunden und wollte sie im Besucherraum übergeben." Er habe bei dem in Ziegenhain einsitzenden Mann Schulden gehabt und wollte außerdem weiter über ihn Drogen beziehen.

Allerdings wurde die Übergabe von dem Wachpersonal der Haftanstalt beobachtet. Daraufhin ließ der 35-Jährige einen Teil der Drogen fallen, sein Kumpane verschluckte den restlichen, in Plastikbeutel verpackten Teil. Durch das umfassende Geständnis des Angeklagten verzichtete das Gericht auf weitere Zeugenaussagen. Das Urteil fiel aber auch deshalb hoch aus, weil der Mann bereits 13 Vorstrafen auf seinem Konto hat und schon mehrmals im Gefängnis saß.

Außerdem hatte er nach dem versuchten Drogenschmuggel weitere Straftaten begangen. Der jetzige Verhandlungstermin war der dritte Versuch, ein Urteil zu finden. Wurde die erste Verhandlung noch durch das Gericht verschoben, musste der zweite Termin ausfallen, weil der Mann einige Tage zuvor mit einer Überdosis Drogen in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. "Ich habe dem Tod ins Auge geblickt", erzählte er. Als er seine Mutter am Krankenbett hätte weinen sehen, habe er beschlossen keine Drogen mehr zu konsumieren. Zudem wolle er eine Drogentherapie machen, beteuerte er vor Gericht.

Dr. Kurt Sippel von der Staatsanwaltschaft Marburg beantragte bei seinem Schlussplädoyer eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung, da eine günstige Sozialprognose auch angesichts seiner Vorstrafen fraglich sei. Der Verteidiger forderte hingegen eine Strafe von einem Jahr zur Bewährung auszusetzen.

Er begründete dies mit dem Geständnis und der Versicherung des Angeklagten, zukünftig keine Drogen mehr zu nehmen. Richter Gerhard Glaessel kam der Forderung der Staatsanwaltschaft bei dem Urteil nach. "Sie sind reichlich und einschlägig vorbestraft", erklärte er dem Angeklagten. Auch das laufende Verfahren habe den Angeklagten nicht abgehalten, weiterhin Drogen zu nehmen, wie das Beispiel der Überdosis zeige.

Noch im Gericht sollte der Angeklagte wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe für ein anderes Vergehen von der Polizei Homberg verhaftet werden. Der Kasseler konnte aber nachweisen, dass das Geld am Montag überwiesen worden war. (mso)

Quelle: HNA

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