Nach eigenem Rezept

Selbstgemachter Kochkäse aus der Hotelküche

In der Küche: Walter Möhl aus Stadtallendorf produziert in Gilserberg seinen eigenen Kochkäse. Foto:  Lange/tlx

Gilserberg. Walter Möhl isst sehr gern Kochkäse. Früher bekam er ihn immer aus einer Molkerei in der Nähe von Frankenberg. Dort arbeitete er bis zu deren Schließung im Oktober in der Entwicklung. Danach fehlte ihm der Kochkäse. Nun produziert er die Spezialität im Gilserberger Hochland selbst. Und Möhl will seinen Kochkäse groß rausbringen.

Drei Monate dauerte seine Suche nach einer professionellen Küche, um den Kochkäse herzustellen. „Denn bei der Produktion von Lebensmitteln gilt es, strenge Hygienevorschriften einzuhalten“, erklärt Walter Möhl. Diese Bedingungen fand der 44-jährige in der Hotelküche des Biohotels Grün in Gilserberg vor, das momentan noch in der Winterpause ist.

Zwei- bis dreimal pro Woche kommt er nun dorthin ins Hochland. Dort steht er dann in der Küche des Hotels. Nur ein schmales Fenster wirft vom Hof aus Licht in die Küche. Alle Zutaten stehen auf der metallenen Arbeitsplatte. Die cremige Masse, die er ständig rührt, kocht im Topf. Sein genaues Rezept verrät der Molkereitechniker nicht. Nach und nach gibt Möhl die einzelnen Zutaten hinzu. Er hat Spaß am Kochen.

Die Küche nutzt Möhl im Moment kostenfrei. Dafür werden die Gäste seine Produkte später im Hotel serviert bekommen.

„Mein Kochkäse unterscheidet sich stark von der industriellen Version“, erklärt Möhl nicht ohne Stolz. „Er ist cremig gerührt und hat eine besonders würzige Note. Das Rezept ist einzigartig in Hessen.“ Möhl, seit 20 Jahren Molkereitechniker, hat ein eigenes Unternehmen, das Landwirte in Fragen der Lebensmitteltechnik berät. Außerdem arbeitet er als Lehrer und hält Vorträge.

Käse aus acht Litern Milch produziert Möhl an einem Tag. Er bietet seine Produkte in verschiedenen Geschmacksrichtungen an: mit Kümmel und ohne Kümmel, mit Bärlauch oder Chili. Seine Lieblingssorte ist allerdings der Kochkäse mit Kümmel.

250 Becher des Möhl‘schen Käses verkauft er pro Woche. Deswegen will er, wenn er im April aus der Hotelküche hinaus muss, die Produktion ausbauen und künftig hauptberuflich Kochkäse produzieren. Dazu möchte der 44-Jährige sein Angebot erweitern. Er will auch Sauerrahmbutter und Milchgetränke herstellen. Im April soll sein Kochkäse biozertifiziert werden.

Noch ist Möhl auf der Suche nach einem neuen Produktionsort - etwa einer alten Metzgerei, deren Küche er anmieten kann. Kaufen kann man seinen Käse bereits bei einigen Metzgern in der Region und an den Marktständen, wo er donnerstags in Stadtallendorf und samstags in Frankenberg den Kochkäse verkauft.

Von Timo Lange

Quelle: HNA

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