Ziegenhain

Mann im Großen Wallgraben tot aufgefunden

Ziegenhain. Ein 76-jähriger Mann aus Schwalmstadt ist in der Nacht zu Samstag tot im Großen Wallgraben in Ziegenhain aufgefunden worden. Die Todesursache steht noch nicht fest. Der Mann wohnte ganz in der Nähe des Unglücksortes.

Wie die Polizei Schwalmstadt mitteilte, war der Mann auf dem Nachhauseweg von einer Gaststätte. Diese hatte er nach Polizeiangaben gegen 0 Uhr verlassen.

Nachdem Angehörige ihn gegen 2.25 Uhr als vermisst gemeldet hatten, begannen 16 Helfer der Feuerwehr Ziegenhain und vier Polizisten mit der Suche. Dabei kam auch die Wärmebildkamera zum Einsatz.

Gegen 3.45 Uhr wurde der Mann leblos im Wallgraben gefunden, Feuerwehrleute bargen den Körper. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Angehörigen wurden von einem Notfallseelsorger betreut. (zsr)

Wallgraben: Die Ufer sind seit Jahren gesperrt

Der Wallgraben in Schwalmstadt-Ziegenhain umgibt die historische Altstadt (Festung) als unregelmäßiges Viereck. Das künstliche Gewässer wurde ab 1539 von Philipp dem Großmütigen angelegt und war ursprünglich 45 Meter breit und acht Meter tief. Seit der Schleifung der Festung unter Napoleon ist der Wallgraben nur noch halb so breit. Heute ist er auch durch Verschlammung auch wesentlich flacher.

Das Gewässer gehört zur Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwalmstadt, die vom sogenannten Großen Wallgraben umgeben ist, und ist damit im Besitz des Landes Hessen. Die Ufer sind seit Jahren wegen Explosionsgefahr gesperrt, weil dort am Ende des Zweiten Weltkrieges Kampfmittel entsorgt wurden. Inzwischen weiß man, dass die Räumung Millionen kosten wird. Die Außenseiten des Wallgrabens sind ringsherum mit Leitplanken oder Zäunen eingefriedet und ein bevorzugtes Wohngebiet. Man kann ihn zu Fuß in etwa 25 Minuten umrunden.

Vor der Sperrung war der Wallgraben ein beliebtes Anglerrevier. Wenn er eisbedeckt war, war er von jeher ein Dorado für Eisläufer. Die Wasserfestung Ziegenhain ist in Europa auch wegen des Grades ihrer Erhaltung ein einmaliges Ensemble. Kommendes Jahr will Schwalmstadt aufwändig das 475-jährige Jubiläum der Anlage feiern.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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