Akkubetriebene Fahrräder können auch manipuliert werden

Elektroräder werden meist unterschätzt

Schwalm-Eder. E-Bikes sehen aus wie normale Räder und werden immer beliebter. Der einzige Unterschied: Man kann dank des Antriebs leichter, aber auch schneller fahren als durch bloße Muskelkraft.

Das kann gefährlich sein: In Borken unterschätzte am Donnerstag ein 58-jähriger Mann seine Geschwindigkeit. Er stürzte mit seinem Elektrorad, das 45 Stundenkilometer schnell fahren kann. Wie die Polizei mitteilte, war der Mann um 11.20 Uhr bergab in Richtung Pfaffenhausen unterwegs. Am Kreisel Marburger Straße/Kurt-Schumacher-Anlage stürzte er, weil er zu schnell fuhr. Er verletzte sich schwer und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ein Gutachter soll jetzt die genauen Umstände des Unfalls klären und das Rad unter die Lupe nehmen, auch wegen möglicher Manipulationen.

Laut Dirk Daniel, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Schwalm-Eder, fuhr der Mann ein Schnell-Pedelec. Das zähle zur Gattung der Mopeds, es bestehe Helm-, Versicherungs- sowie Führerscheinpflicht.

Das Rad des 58-Jährigen habe kein Nummernschild gehabt, und daher habe er gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstoßen. Außerdem wird ermittelt, ob der Mann einen Führerschein hat. Eine hohe Geldstrafe oder ein Jahr Freiheitsentzug sind möglich. Fahrradexperte Torsten Peter vom Fahrradladen in Gudensberg weiß, dass viele noch schneller fahren möchten, als das Rad hergibt. Er hat erst von wenigen manipulierten Elektrofahrrädern gehört. Von 170 Käufern im Jahr fragten zwei, ob das Rad schneller zu machen sei.

Das schnelle Fahren berge mehrere Gefahren, sagt Peter. Die Bauteile seien nicht für solch hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Ein gebrochener Rahmen sei beim Tuning keine Seltenheit. Es handelt sich laut Peter beim Frisieren um eine private Bastelei. Die Teile bestellten sich die Bastler im Internet.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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