Exfreund der 19-jährigen Melsungerin unter Anklage – Polizei vermutet Trennungsstreit

Hat ihr Exfreund Mara P. mit Strom getötet?

Melsungen. Die 19-jährige Mara P. aus Melsungen ist nach den Erkenntnissen der Polizei von ihrem Exfreund mit elektrischem Strom getötet worden. Als die Frau in der Badewanne lag, soll der Mann einen Heizlüfter ins Wasser geworfen haben.

Der 18-Jährige ohne festen Wohnsitz steht seit Freitag unter Anklage des Totschlags, bestätigte am Sonntag Polizeisprecher Reinhard Giesa.

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Wie berichtet, war die Leiche von Mara P. am 23. August in ihrer Wohnung am Melsunger Höhenweg gefunden worden. Da war die Frau schon seit mehreren Wochen tot gewesen. Polizeibeamte fanden die Tote in der Wanne unter einem Bettlaken liegend vor.

Bereits wenige Tage später, so Giesa, hatte die Polizei den 18-Jährigen in Untersuchungshaft genommen – vorerst allerdings lediglich unter dem Vorwurf, dass er sich nach dem Tod von Mara P. an deren Bankkonto bedient habe. Die Ermittler hatten festgestellt, dass sich der 18-Jährige in der Folgezeit mehrmals kleinere Beträge auf sein eigenes Konto überwiesen hatte.

Ob es sich um ein Tötungsdelikt, einen Unfall, einen Suizid oder einen Drogentod handelte, war zunächst nicht eindeutig gewesen. Im Zuge der weiteren Ermittlungen habe sich aber bald ein dringender Tatverdacht gegen den 18-Jährigen erhärtet, sagte Giesa. Der Wohnsitzlose sei mit der 19-Jährigen liiert gewesen und habe sich zuletzt auch regelmäßig bei ihr am Melsunger Höhenweg aufgehalten.

Nach Zeugenbefragungen, Spurenauswertungen und intensiven Ermittlungen im Umfeld des Verdächtigen gibt es laut Giesa nun „eine Fülle von Indizien“ dafür, dass der Mann Mara P. umgebracht hat:
• Der 18-Jährige muss sich noch mehrmals in der Wohnung aufgehalten haben, nachdem Mara P. bereits tot war, ihre Leiche aber noch unentdeckt blieb.
• Offenbar hatte es Streit gegeben, weil sich die 19-Jährige von dem Mann trennen wollte.
• Kriminaltechniker stellten fest, dass ein Heizlüfter, der im Badezimmer neben der Wanne stand, Wasserkontakt hatte.
• Im Badewasser fanden sich Reinigungsmittel, die mutmaßlich zugegeben worden sind, um den Leichengeruch zu dämpfen.
• Bei einer Obduktion der Leiche fanden sich keine Anhaltspunkte für eine selbst begebrachte Vergiftung oder dergleichen.

Am vergangenen Donnerstag wurde der 18-Jährige bei einem Ortstermin in der Wohnung am Höhenweg von Beamten der Sonderkommission „Kany“ sowie der Staatsanwaltschaft mit den Vorwürfen konfrontiert. „Dabei hat sich der dringende Tatverdacht gegen ihn erhärtet“, berichtete Polizeisprecher Giesa. Das Amtsgericht Fritzlar habe daraufhin den Untersuchungshaftgrund auf den Vorwurf des Totschlags ausgeweitet.

Am Montag will die Kriminalpolizei weitere Einzelheiten mitteilen.

Von Axel Schwarz

Aus Rücksicht auf das Opfer und die Angehörigen haben wir die Kommentarfunktion gesperrt. (HNA Online)

Quelle: HNA

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