Schäden gibt es das ganze Jahr

Marder sind immer aktiv - Schutz ist schwierig

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Mögen Autos: Steinmarder richten unter der Motorhaube immer wieder Schäden an. Sie zerbeißen Kabel und Kühlwasserschläuche und zerpflücken das Dämmmaterial.

Wolfhagen. Ein Lieblingsauto haben sie nicht. Steinmarder machen es sich unter jeder Motorhaube gemütlich und richten dort immer wieder großen Schaden an. Ob Kabel, Kühlwasserschlauch oder Dämmmaterial - vor den scharfen Zähnen der kleinen Jäger ist kaum etwas sicher.

Davon kann auch Harms Böttger, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Wolfhagen, ein Lied singen. Auf dem Hof seiner Werkstatt landet fast täglich ein Auto mit Marderschaden und das im Grunde das ganze Jahr hindurch. Die Schäden werden laut Böttger in der Regel von der Kfz-Teilkaskoversicherung abgedeckt. Für manchen Autofahrer nur ein kleiner Trost, denn oft beißt der Marder immer wieder zu.

Den Motor dauerhaft vor den Tieren zu schützen, ist laut Dieter Schorbach vom Forstamt Wolfhagen schwierig. „Die Marder gewöhnen sich schnell an die Abwehrmethoden.“ Darum bieten Drahgitter unter den Autos, Duftsprays oder Geräte, die Pfeiftöne aussenden, nur vorübergehenden Schutz.

Soll Abhilfe schaffen: Harms Böttger, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Wolfhagen, baut Marder-Abwehr-Systeme in die Autos ein. Mit Ultraschall und elektrischen Schlägen sollen die Tiere vertrieben werden. Der gelbe Kasten ist das Steuerungsgerät, die silberne Kontaktplatte davor gibt bei Berührung einen leichten Stromschlag ab.

Gute Erfahrungen hat Böttger mit einem Marderabwehr-Gerät gemacht, das gleichzeitig einen Ultraschallton und elektrische Impulse aussendet. Dazu werden mehrere Platten in den Motorraum eingebaut, die bei Berührung einen Stromstoß abgeben; ähnlich wie bei einem Weidezaun, aber weniger stark.

Nach einem Marderschaden sollte man laut Schorbach und Böttger auf jeden Fall eine Motorwäsche machen lassen, um den Geruch des Marders zu entfernen. Denn die Tiere markieren ihr Revier und verteidigen es, wenn Rivalen eindringen. Manchmal wüten sie in einem Motorraum herum, um den Konkurrenten zu vertreiben.

Die nachtaktiven Jäger machen es sich aber nicht nur unter Motorhauben gemütlich. Als Kulturfolger lassen sie sich gern in der Nähe von Menschen nieder, weil sie dort Unterschlupf und Nahrung finden. Sind sie erst mal auf einem Dachboden eingezogen und haben dort sogar ihre Kinderstube errichtet, „dann hat man ein wirkliches Problem“, sagt Schorbach. Betroffene sollten sich mit dem zuständigen Jagdpächter in Verbindung setzen. Die Tiere können mit Lebendfallen gefangen und wieder ausgesetzt werden. (mex)

Quelle: HNA

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