Ihre Geschichte wurde verfilmt

Marga Spiegel: Die Holocaustüberlebende aus Oberaula wurde 101 Jahre alt

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Marga Spiegels (links) Geschichte wurde mit Veronica Ferres verfilmt.

Münster/Oberaula. Marga Spiegel ist am Dienstag im Alter von 101 Jahren in Münster gestorben. Zur Welt kam sie 1912 in Oberaula im heutigen Schwalm-Eder-Kreis. Die Familie von Marga Spiegel war von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet worden.

Sie selbst überlebte, weil Bauern im Münsterland sie bei sich versteckten. Der Film „Unter Bauern" mit Veronica Ferres zeigte diese Zeit ihres Lebens und kam 2009 ins Kino. Als Zeitzeugin der Nazi-Gräueltaten trat Marga Spiegel vielfach dafür ein, dass diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät.

Ihr Vater Siegmund Rothschild und ihre Mutter Cilly, geb. Rosenstock betrieben in Oberaula eine Blaudruckfärberei sowie ein Ladengeschäft für Dinge des täglichen Bedarfs. Marga Rothschild und ihre neun Jahre jüngere Schwester Inge Johanna verlebten dort eine glückliche Kindheit.

Das alles änderte sich 1933, „die Familie Rothschild wurde unter dem fanatischen NS-Bürgermeister zur Zielscheibe zahlreicher antisemitischer Angriffe und Pöbeleien. Der Vater Siegmund Rothschild wurde Ende 1933 verhaftet und wegen angeblichen Betrugs und Wucher zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Auch Marga Rothschild wurde mehrmals unter fadenscheinigen Gründen verhaftet“, berichtete die Historikerin Barbara Greve.

Zwar habe die Familie an eine Auswanderung gedacht, der Gesundheitszustand der Mutter ließ das jedoch nicht zu. Außerdem hatte Marga Rothschild ihren späteren Ehemann Siegmund Spiegel aus Ahlen in Westfalen kennen gelernt, den sie 1937 in Oberaula heiratete. In dieser Zeit starb ihre Mutter.

Im Jahr darauf kam Marga Spiegels Vater im Konzentrationslager Sachsenhausen um. In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Wohnung der Familie Spiegel in Ahlen durch SA-Männer verwüstet und das Ehepaar Spiegel sowie die Schwester Inge Johanna Rothschild mit Knüppeln verprügelt.

Da an eine Auswanderung nicht mehr zu denken war, tauchten Siegmund Spiegel sowie Marga Rothschild Spiegel mit der Tochter Karin in den folgenden Jahren bis zum Ende des Krieges getrennt in wechselnden Verstecken bei Münsterländer Bauernfamilien unter.

Für ihr Engagement wurde ihr im Juni 2010 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Immer wieder besuchte sie dabei auch ihren Heimatort Oberaula. (aqu/dpa)

Quelle: HNA

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