Marktplatz: Symbol für die schöne Kindheit

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Erinnerung an die glückliche Kindheit: Margret Linsau möchte sich nun von dem Kinderwagen trennen, in dem sie vor über 60 Jahren selbst spazieren gefahren wurde.

Viele Menschen behalten Relikte aus ihrer Kindheit: Eine Puppe, ein Teddy, ein Spielzeugauto. Diese Dinge erinnern an die Kindheit und die glücklichen Momente mit dem Spielzeug.

Margret Linsau aus Wolfhagen-Altenhasungen bietet kein Spielzeug zum Verkauf an. Vielmehr handelt es sich um den Kinderwagen, in dem sie selbst als Baby von den Eltern gefahren wurde. Im Jahr 1953 geboren, wurde sie von ihren Eltern in dem weißen Korb-Kinderwagen gefahren und hat verständlicherweise keine Erinnerung mehr daran. Dennoch verbindet sie mit dem Kinderwagen eine schöne Zeit.

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Marktplatz: Symbol für die schöne Kindheit

Ihr Elternhaus war Heim für eine Großfamilie. Neben den Eltern wohnten auch die Großeltern dort. „Es war immer jemand da für mich und ich war nie allein“, sagt die Bankkauffrau rückblickend, „manchmal habe ich mich auf den Boden ins Heu zurückgezogen, um dort zum Beispiel Vokabeln zu lernen.“

Als Margret Linsau selbst dem Kinderwagen entwachsen war, wanderte dieser auf den Dachboden. Jahre später wurde das Haus aufgelöst, der Kinderwagen kam zur Tante. Wiederum Jahre später fand er ein neues Heim bei den Eltern von Margret Linsau, bevor er wieder bei ihr selbst einzog. „Jedes Mal überlegten wir, den Kinderwagen fortzugeben, doch dann habe ich gesagt, dass er nicht weg kann“, lacht die Rentnerin. Ihre eigenen zwei Kinder in dem hochgeschätzten Gefährt zu transportieren, kam ihr damals gar nicht in den Sinn. „Der ist zwar sehr schön, aber doch recht schwer.“ Lachend gibt sie zu, dass sie in der Tat auch noch die Kinderwagen besitzt, in denen ihre Kinder spazieren gefahren wurden.

„Wer den Wagen wieder herrichtet und ihn für seine Kinder nutzt, hat bestimmt einen absoluten Hingucker.“

Doch jetzt ist es für Margret Linsau und ihren Mann an der Zeit, sich allmählich von einigen Dingen zu trennen. Dazu gehört auch der historische Korbkinderwagen, der seit zwei Jahren in der Garage steht und ein wenig verstaubt ist. Die Jahre sieht man dem Gefährt zwar auch an anderen Stellen an – ein wenig Rost hat er schon angesetzt – dennoch hat er nichts von seinem Charme verloren.

„Wer den Wagen wieder herrichtet und ihn für seine Kinder nutzt, hat bestimmt einen absoluten Hingucker“, ist sich die Verkäuferin sicher. „Ich hoffe einfach, dass er in gute Hände kommt und so geschätzt wird, wie ich es all die Jahre getan habe.“

Kontakt: Tel. 0 56 92/42 30

Von Gitta Hoffmann

Quelle: HNA

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