Auf dem Rücken von Zuwanderern?

Marode und leerstehende Häuser: Vermieter kassieren beim Sozialamt ab

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Bruchbude in Schwarzenborn: Auch dieses Haus in der Marktgasse kaufte die Familie Denaro. Hier hat der Landkreis inzwischen eine sogenannte Ersatzvornahme veranlasst. Das heißt, der Kreis will das Gebäude abreißen lassen und die Kosten der Familie in Rechnung stellen.

Schwarzenborn/Knüllwald. Die Geschäftemacherei auf dem Rücken von Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien mit der Vermietung von marodem Leerstand (wir berichteten) gerät im Landkreis weiter in den Fokus.

Insbesondere in Schwarzenborn und Knüllwald häufen sich die Fälle, das bestätigen das Jobcenter sowie das Sozialamt des Schwalm-Eder-Kreises.

Durch die Häufung und die Ähnlichkeit der Fälle könne man fast vermuten, dass es sich um ein Geschäftsmodell handeln könnte, meint Lars Werner, Leiter des Kreissozialamts. Die Gladbecker Geschäftsfrau Hildegund Denaro ist eine der beiden Investoren in Schwarzenborn. „Ich will das Beste für Schwarzenborn“, sagt sie. Sie gibt an, insbesondere in Schwarzenborn, aber auch in Knüllwald mit ihrer Familie Leerstand aufzukaufen. In den Häusern bringt sie Bulgaren und Rumänen unter. „Meistens sind das Menschen, die Sozialleistungen beanspruchen“, sagt sie. Auf diese Weise erhalte sie in vielen Fällen ihre Mieteinnahmen von den Sozialbehörden, bestätigen sie selbst und das Jobcenter

Das genau ist der Knackpunkt. Denn nur EU-Bürger, die hier arbeiten oder selbstständig sind, haben Ansprüche auf Sozialleistungen. Liegt der Leistungsanspruch nicht vor, liegt bei Behörden inzwischen der Verdacht nahe, dass die Situation passend gemacht wird, um Sozialleistungen zu erschleichen.

Denaro bestätigt selbst, dass sie häufig gegenüber den Sozialbehörden nicht nur als Bevollmächtigte ihrer Mieter, sondern auch als deren Arbeitgeberin auftritt. In einem aktuellen Rechtsstreit mit dem Landkreis hat das Sozialgericht das angegebene Arbeitsverhältnis allerdings infrage gestellt. „Damit fühlen wir uns in unserer Argumentation bestätigt, dass Beschäftigung zum Schein vorgehalten wird und damit die Legitimation für den Aufenthaltsstatus geschaffen werden soll“, sagt Werner. 

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Quelle: HNA

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