Sonderausstellung jetzt in Wolfhagen eröffnet

Martin Luther im Museum zum Greifen nah

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Zahlreiche Originale aus der Zeit der Reformation: Bis zum 1. Oktober kann die Ausstellung „Dr. Martin Luther und seine Zeit“ im Regionalmuseum Wolfhager Land betrachtet werden.

Wolfhagen. Mit Worten des Lobes haben die ersten Besucher die neue Sonderausstellung „Dr. Martin Luther und seine Zeit“ im Regionalmuseum Wolfhager Land in Augenschein genommen.

Die Schau ist ein Gemeinschaftswerk von Evangelischer Kirchengemeinde Wolfhagen und Museum. Begleitet von Hermann Neumeyer, der die Tasten des Klaviers enthusiastisch bearbeitete, sorgte das Publikum selbst für den passenden musikalischen Rahmen. Es sang Kirchenlieder Martin Luthers und Johannes Zwicks.

Höhepunkt der Eröffnung aber war der Einführungsvortrag von Wilhelm Schmidt, Leihgeber der knapp 160 Exponate ist. Seine Objekte – mit wenigen Ausnahmen allesamt Originale – betrachtet er als Substitute für einen Zusammenhang, der sich hinter ihnen öffnet. Schmidt geht es um die Einordnung Luthers und der Reformation in die Geschichte. „Keiner erfindet sein Leben selbst, sondern es wird uns ermöglicht durch die Zeit, die Gesellschaft und die Familie, in die man hineingeboren wird. Das trifft auch auf das Leben und Wirken des Reformators zu“, so Schmidt, der bis zu seinem Ruhestand Anfang des Jahres als Pfarrer tätig war.

Die Reformation sei für ihn ein totales, ein ganzheitliches Ereignis. Nahezu alle Lebensbereiche seien von den Auswirkungen der kirchlichen Erneuerung beeinflusst. Unsere Einstellung zur Arbeit, zum Geld und zum sozialen Engagement hätten mit der Ethik Luthers zu tun. Derzufolge ein lebendiger Glaube in einer tätigen Nächstenliebe anschaulich werde. Toleranz, Meinungsfreiheit, das Recht auf Bildung, Kunst und Musik – alles seien Errungenschaften der Reformation.

Die Ausstellung ist in zwölf Bereiche gegliedert. Sie beginnt mit der Renaissance. Vorgestellt werden Jan Hus, ein Vorläufer Luthers, und das Kirchenleben am Vorabend der Reformation. Luthers Biografie und seine Arbeit als Schriftsteller werden ebenso vermittelt wie Originalzeugnisse aus dem Deutschen Bauernkrieg, in dem Luther eine zweifelhafte Rolle spielte. Über den Skandal, den die Ehe zwischen Luther und Katharina von Bora, zweier Ordensleute auslöste, werden die Besucher informiert.

Freunde und Gegner Luthers werden präsentiert. Das Thema „Luther und die Musik“ hat seinen Platz, genauso wie Exponate, die die Lutherverehrung in den vergangenen vier Jahrhunderten beleuchten. Und schließlich haben die Mitarbeiter des Regionalmuseums einen lokalhistorischen Teil über die Reformation erstellt, die im Jahre 1526 Nordhessen erreichte.

Quelle: HNA

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