Kunst- und Werkhof: Projekt mit 25 Jugendlichen aus der Ohetalschule in Verna

Maskenhaftes aus Müll

Versuche am Modell: Jasmina Ligorio, Anna Hoffmann und Charlotte Huttel (von links) haben sich mit Fragen der Schnitttechnik auseinander gesetzt und Kleider aus Papier nachgearbeitet. Fotos: Rose

Grossropperhausen. Masken können Verstecke sein. Masken können aber auch Schmuck sein: Auf dem Kunst- und Werkhof in Großropperhausen entstehen seit Montag Masken aus Dingen, die keiner mehr braucht. Was für andere Müll ist, ist für 25 Jugendliche aus der Ohetalschule der Werkstoff, aus dem ihre Fantasien und Träume sind.

Eine Woche lang arbeiten die Schüler zusammen mit den Künstlern Tine Fiand, Ernst Groß und Dagmar Utech sowie den Schauspielern Annette von Klier und Reimund Groß. Finanziert und ermöglicht wurde das Projekt vom Netzwerk weiterführender Schulen und dem Bildungswerk. Als Konzept dahinter steht, kein Konzept zu haben: „Freies Arbeiten ist aber immer ein Risiko. Es gibt Höhen und Tiefen – und beides muss man aushalten können“, erläutert Tine Fiand. Entstehen sollen Masken und Kostüme aus unterschiedlichen Materialien. „Dazu erarbeiten die Schauspieler mit den Teilnehmern kleine Szenen“, erklärt Ernst Groß. Dabei könne es manchen Jugendlichen helfen, eine Maske zu tragen. „Es ist spannend zu beobachten, dass sich manche Ganzkörpermasken anfertigen, andere die Maske als schmückendes Beiwerk sehen“, sagt die Künstlerin.

Es entsteht eine Dynamik

Die einzige Vorgabe sind Begriffspaare: schwarz und weiß, gestern und morgen, stark und schwach. Die Schüler werkeln in Kleingruppen. Dabei entstehe eine gewisse Dynamik, stellen die Künstler fest. „Das ist eine Dynamik, die mal mehr, mal weniger trägt – wie im richtigen Leben auch“, sagt Fiand. Aufgefallen ist ihrem Mann Ernst, dass Jugendliche auch ein anderes Verhältnis zum Material als Erwachsene haben. „Wir finden Fahrradschläuche toll, aber Jugendliche können das Material einfach nicht so lassen – sie sprayen noch ein Graffiti auf.“ Der Reiz der Verkleidung treibe die Schüler an. „Und vielleicht auch die Tatsache, dass nichts Dauerhaftes entsteht, sondern das die Kostüme und Masken nur eine Spielperiode überleben müssen“, sagt Groß.

• Präsentation des Projektes: heute, Freitag, 17. Juni, 18 Uhr auf dem Kunst- und Werkhof in Großropperhausen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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