Gedächtnistrainerin Roswitha Schönfelder war zu Gast bei der Rheuma-Liga Schwalmstadt

Massage für die Ohrläppchen

Geistig rege: Roswitha Schönfelder ließ sich zur Gedächtnistrainerin ausbilden. Foto: Rose

Treysa. Das Gedächtnis zu schulen, die Sinne zu schärfen ist keine Frage des Alters: Das machte am Dienstagabend Roswitha Schönfelder, Mitglied im Bundesverband Gedächtnistraining, deutlich. Schönfelder war auf Einladung der Rheuma-Liga gekommen und erklärte, worauf es beim ganzheitlichen Gedächtnistraining ankommt.

Die Treysaerin war selbst viele Jahre in der Kranken- und Altenpflege tätig, bevor sie sich vor acht Jahren zur Gedächtnistrainerin ausbilden ließ. Gleich zu Beginn ihres Vortrages gab es für die Zuhörer buchstäblich einen Satz „heiße Ohren“: „Kneten Sie ihre Ohrläppchen von unten bis hinauf zur Muschel und wieder zurück“, empfahl Schönfelder.

Diese einfache, aber sehr effektive Übung rege die Durchblutung im Kopf an und steigere die Hirnaktivität. Kreuzworträtsel reichten nämlich zum Training bei weitem nicht aus, verdeutlichte die Expertin. Im Training gehe es vielmehr darum, spielerisch die Leistung zu steigern. Zu den Zielen gehöre die Steigerung der Merkfähigkeit, schnellere Reaktion und die bessere Gliederung von gehörten Inhalten. Schönfelder ging auf die Begriffe Gedächtnis und Erinnerung ein: Das Erinnerungsvermögen speise sich über so genannte Merksteine: „Im Alter verliert sich diese Fähigkeit, weil weniger Merksteine gesetzt werden.“

Das Gedächtnis speichere nur das, was im Leben tatsächlich eine Bedeutung habe. „Wir müssen unser Gehirn heraus fordern“, sagte die Trainerin. Schlussendlich würden nur 16 Prozent des gesamten Gehirns überhaupt genutzt. Dabei sei das Gehirn in jedem Alter lernfähig. Die richtige Ernährung spiele für die Gehirnleistung eine wesentliche Rolle: „Traubenzucker und viel trinken hilft immens.“

Im Alter nehme die Anzahl der Gehirnzellen generell ab: „Durch körperliche Bewegung werden im Gehirn neue Synapsen, also neue Verbindungen, gebildet“, sagte Schönfelder. Auch Sauerstoff rege das Denkvermögen und die Hirnleistung an.

Man unterscheide zwischen dem Kurzspeicher, dem Kurzzeit- und dem Langzeitgedächtnis. Eine Gefahr stellten bei allem Komfort Techniken wie Google oder ein Navigationsgerät dar: „Wir müssen zu weniger selber denken - und das Gehirn ändert sich auch durch seinen Gebrauch.“ Achten sollte man stets auf einen stabilen Blutdruck. Sowohl ein niedriger als auch ein hoher Wert verminderten die Gehirnleistung. Schlussendlich machte Roswitha Schönfelder deutlich, dass man sein Gedächtnis mit Spaß und Humor bestens auf Vordermann bringen kann: bei der Politiker-Gymnastik. Die Gäste machten rege mit und lernten, was es heißt, nicht „am Stuhl zu kleben“, sich „durchzuboxen“ oder „zurückzutreten“ WEITERE ARTIKEL

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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