Landkreis für preisgünstige und schnelle Fahrbahnsanierung ausgezeichnet

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Ein Ärgernis: Oft dauert es lange, bis schadhafte Straßen ausgebaut werden. Im Schwalm-Eder-Kreis ist ein Modell entwickelt worden, wie Fahrbahnen schneller und günstiger saniert werden können. Dafür wurde der Landkreis in Berlin mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.

Schwalm-Eder. Es geht im Straßenbau auch schneller und preisgünstiger. Das hat der Schwalm-Eder-Kreis mit dem so genannten Salmshäuser Modell unter Beweis gestellt (wir berichteten).

Für diese effektivere Art, Fahrbahnen zu erneuern, ist der Landkreis in Berlin mit dem Preis „Innovation schafft Vorsprung“ ausgezeichnet worden. Er wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie vom Bundesverband Materialwirtschaft und Logistik vergeben.

In einem Pilotprojekt waren im Schrecksbacher Ortsteil Salmshausen erstmals die starren Richtlinien über Bord geworfen worden. Der Straßenaufbau wurde so dimensioniert wie es der tatsächlichen Belastung entspricht. Folge: Die Kosten konnten deutlich gesenkt werden.

Ersparnis: 40 bis 62 Prozent

Bisher wurden 13 Straßen im Landkreis auf diese Weise ausgebaut. Die Ersparnis habe zwischen 40 und 62 Prozent gelegen, berichtete Jens Becker, der zuständige Fachbereichsleiter für den Straßenbau beim Landkreis. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Projekte schnell umgesetzt werden könnten.

„Das neue Modell ist der Maßanzug für die Straße, der preiswerter ist als die Lösung von der Stange“, sagte Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Die Preisverleihung solle zeigen, dass es auch im kommunalen Bereich möglich sei, innovative Lösungen zu finden, die gleichzeitig wirtschaftlich seien, erklärte Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Schnellerer Ausbau

Vorteile habe das Modell auch, wenn in einem Ort die Kanalisation erneuert werden muss, der Landeszuschuss für den Straßenausbau aber auf sich warten lasse, schilderte Becker. Bisher würden die Fahrbahnen dann oft notdürftig wieder hergestellt und zu einem späteren Zeitpunkt mit zusätzlichen Kosten erneut aufgerissen.

Die Lösung: Die Kommune, die für den Kanalbau zuständig sei, übernehme auch den Straßenbau. Das spare Kosten bei der Planung und der Baustelleneinrichtung.

Vom Landkreis gibt es den Zuschuss, der auch für einen klassischen Straßenausbau hätte gezahlt werden müssen. Das habe bisher meist gereicht, um die Mehrkosten der Kommune zu decken, erklärte Becker.

Beim Landkreis wird untersucht, ob das Modell auch auf andere Bauwerke, wie Brücken, Durchlässe und Stützmauern, übertragen werden kann. Ein Manko habe das Slamshäuser Modell allerdings. Da der Straßenbau von den Richtlinien für den Straßenoberbau abweiche, gebe es kein Geld vom Land, erklärte Neupärtl.

Außerdem eigne sich die abgespeckte Version nicht für jede Straße und Ortsdurchfahrt. Das sei der Fall, wenn eine umfangreiche Planung für Gehwege und die Fahrbahn-Entwässerung oder ein kompliziertes Baurechtsverfahren notwendig seien. (hro)

Quelle: HNA

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