Massenhaltung von Haustieren nimmt zu

Wolfhager Land. Die Fälle von massenhafter Haustierhaltung - dem „Animal Hoarding“ - in Hessen haben zugenommen. Dabei sind die Halter mit ihren Tieren überfordert und lassen diese verwahrlosen. Auch im Landkreis Kassel setzt sich der Trend durch.

Die Zahl der schweren Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ist hessenweit um mehr als ein Drittel angestiegen. Gab es im Jahr 2009 noch 60 Fälle, die ein Strafverfahren nach sich zogen, waren es 2012 schon 82.

Bundesweit sind 50.000 Tiere betroffen, heißt es in einer Doktorarbeit von Tina Sperlin, die an der Tierärztlichen Hochschule Hannover eingereicht wurde. Besonders betroffen seien Hunde, Katzen, Kaninchen und Ziervögel.

Auch im Landkreis Kassel setzt sich der Trend durch. „Wir haben hier eine leicht steigende Tendenz“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Die Fälle von massenhafter Haustierhaltung im Landkreis seien in den vergangenen Jahren von sechs auf zehn gestiegen.

Für das Veterinäramt sei es aber schwierig einzuschreiten. „Die Tiere sind Eigentum des Besitzers“, erklärt Kühlborn. Unangenehmer Geruch reiche für ein Tierhaltverbot nicht aus. Erst wenn beispielsweise die Futterversorgung und die Entwurmung nicht mehr finanziert werden könnten, könne das Veterinäramt eingreifen.

„Die Grenze zum Animal Hoarding ist fließend“, sagt Kühlborn. Es gebe keine Kriterien für das Animal Hoarding. Und das Veterinäramt könne erst eingreifen, wenn die Vierbeiner leiden.

Es sei selten, dass Tiere aus einer massenhaften Hautierhaltung bei der Tiernothilfe Breuna landen, erklärt Claudia König, Vorsitzende der Tiernothilfe. „Wir wurden einmal angefragt, ob wir Tiere aus dem Schwalm-Eder-Kreis übernehmen können“, sagt König. Neben der Unterbringung sei auch die finanzielle Belastung ein Problem. (mad)

Quelle: HNA

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