Fritzlarer Künstler wurde mit Keramiken bekannt

Matti Värttö erlag schwerer Krankheit

So kannten ihn viele: Matti Värttö alias Fritz Schmidt mit einer seiner Skulpturen auf dem Fritzlarer Marktplatz. Archivbild: Berger

Fritzlar. Matti Värttö ist tot. Der 62-jährige Künstler, der eigentlich Fritz Schmidt hieß, dann jedoch den Namen seines finnischen Großvaters annahm, erlag vor wenigen Tagen seiner schweren Krankheit.

Sie ließ ihm in den vergangenen Monaten nur noch wenig Spielraum für seine künstlerischen Aktivitäten. Und seine Pläne, den Lebensabend in einer Hütte in Finnland zu verbringen, waren letztlich vergeblich.

Doch Matti Värttö hat in Fritzlar viele Spuren hinterlassen. Er lebte und arbeitete über 40 Jahre hier, war verheiratet, hat Kinder. Und wer durch die Straßen der Altstadt geht, trifft immer wieder an Häuserwänden auf bunte, ungewöhnliche Bilder aus Keramiken. Sie stammen alle aus der Hand Värttös.

Die surreal-phantastischen Motive sind auch kennzeichnend für seine Ölbilder, für die es immer wieder viele Interessenten gab.

Selbstbildnisse aus Ton

Vor viereinhalb Jahren startete der Künstler ein Projekt, mit dem er öffentlich auf sich aufmerksam machte: Er wollte 2000 Menschen aus der Region dazu bringen, aus Ton ihre eigenen Köpfe zu modellieren. Daraus wollte Värttö ein großes Abschieds-Kunstwerk schaffen – und danach in die Türkei auswandern.

Diese Idee konnte (oder wollte) er nicht mehr umsetzen. Doch Teile der individuell gestalteten Köpfe, die er damals aufwendig gebrannt hatte, gehören heute zu dem großformatigen Keramikbild, das an der Wand des Eingangsbereichs der Fritzlarer Stadthalle entsteht.

Dieses ungewöhnliche Kunstwerk soll Matti Värttös Geschenk an die Stadt Fritzlar und ihre Menschen sein. „Wir werden es auf jeden Fall fertigstellen, in seinem Sinne“, sagt seine Partnerin Kirsti Brehme. Es transportiere schließlich die Lebenseinstellung des Künstlers mit dem Thema „Menschen für Demokratie, Wahrheit und Gerechtigkeit“.

Einige Freunde, Handwerker und Mitglieder von Pro Fritzlar unterstützten das Projekt schon in den vergangenen Monaten und wollen das auch weiterhin tun.

Zurückzukehren nach Finnland, in die Heimat seines Großvaters, das schaffte Matti nicht mehr. Aber in Fritzlar wird er im Gedächtnis bleiben. Als Mensch und mit seinen Kunstwerken.

Beigesetzt wird Matti Värttö auf eigenen Wunsch im engsten Familienkreis. (ula)

Quelle: HNA

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